Bis dato bin ich ungefähr zehn Self-Made-Millionaires
von Angesicht zu Angesicht begegnet.

Um im Vorwärtsgang dazuzulernen, habe ich sie gefragt, wie sie ihre Position erreicht haben – und jedes Mal eine andere Antwort gehört. Was sich allerdings quer durch alle Beete zieht ist: persönliche Konsequenz. Diese Haltung folgt einer unternehmerischen Logik, und zwar im Denken wie im Handeln. Sie scheint das Zufallsglück zu begünstigen. Ich bin deshalb dazu übergegangen, die jeweilige Firmengeschichte querzulesen, vor allem mit den biografischen Wendepunkten der Gründer_innen.
Eine solche Lesart illustriert, welches logische Modell der Unternehmung zugrunde liegt. Zudem wird sichtbar, wie sich Wege plötzlich versperren, beispielsweise infolge menschlicher Fehler oder äußerer Katastrophen wie Krieg, Tod oder scheinbar unlösbarem Streit. Zum Glück zeigt sich auch, wie und durch wen sich Wege öffnen – etwa durch personenbezogene Stärken wie Intelligenz, Überzeugungskraft, Originalität, Einigkeit und Ausdauer.
Oder durch Chancen, die aus technologischen Umbrüchen heraus die Bahn für Neues brechen. In den 80er Jahren revolutionierte die Verfügbarkeit bezahlbarer Synthesizer zum Beispiel die gesamte Elektro-Pop-Industrie.
Ich analysiere die historischen und zeitaktuellen Anschauungsbeispiele der positiven und negativen Pole gleichermaßen, um entlang des Spektrums zu begreifen, wie bestimmte Systeme ‚ticken‘, unter welchen Bedingungen sie sich verändern und wo ihre neuralgischen Punkte liegen.

Dabei folge ich dem kindlich-kreativen Prinzip, das ‚Spielzeug‘ auseinander zu montieren, um zu sehen, wie die einzelnen Teile ineinandergreifen.

Nachdem ich die unternehmerischen Erfolgsmodelle funktional zerlegt habe, entscheide ich, welche Komponenten davon SATZBAUWERK zugute kämen. Auf der Ebene der Geschäftsführung adaptiere ich sie anschließend. Das heißt: Ich gebe den Versatzstücken meine persönliche Passform. Sinnbildlich betrachtet wird aus einem Zahnrad beispielsweise ein Reifen, aus einem Oval vielleicht ein Quadrat. Im Ergebnis bekommt die Form – und damit auch der Inhalt – die Prägung meines individuellen und ganzheitlichen Wissens.
Am Ende tragen sie den Stempel meiner persönlichen Überzeugung und dadurch auch die unverwechselbaren Wiedererkennungsmerkmale – die sogenannten Unique Selling Points (USP) – der gesamten Agentur. Das strategische Ziel ist nämlich, dass SATZBAUWERK auf alle Zeit ein Original bleibt und zu keinem ‚paste-and-copy‘-Klon verkommt.
Übrigens: Bevor ich dem nächsten Top Shot real begegne, liegt meine Inspirationsquelle in einer fiktionalen Figur: Dagobert Duck.

Lese-Tipp: „Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden“

Biografie von Don Rosa und Jano Rohleder
ehapa Verlag, 4. Auflage 2011
496 Seiten, € 29,95

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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