Wer formatgerechte und professionelle Texte für das Internet schreiben will, muss die Bedingungen der Informationsaufnahme berücksichtigen.

Im Internet werden Texte zunächst überflogen, quer gelesen oder „gescannt“ – und erst im Anschluss konzentriert gelesen (oder eben nicht). Oft fehlt die Option, Textstellen zu markieren. Das „Ritual“, das das Zeitunglesen vielfach begleitet, fällt in der Regel flach – wie etwa der Becher Kaffee, den man beim Online-Surfen bekanntlich von der Tastatur fernhalten sollte, um keinen technischen Totalausfall zu riskieren, wenn das Getränk versehentlich umgestoßen wird.

Ich halte mich beim Texten für Online-Medien u.a. an folgende Faust-Regeln:

  • Schlagwörter in das Content Management System einzupflegen ebnet den Zugang zum Text, weil die Leser_innen den Inhalt dann relativ schnell finden können, zum Beispiel mithilfe von Suchmaschinen oder über Widgets zur Schlagwort-Suche. Ein solches Widget habe ich kürzlich in die linke Seitenleiste dieses Blog integriert, um trotz der stetig wachsenden Inhalte die Benutzerfreundlichkeit zu erhalten.
  • „Keeping it short and simple“ (KISS) hat beim Schreiben für das Internet besonders hohe Relevanz. Das heißt: Auf einfache Formulierungen und schnörkellosen Satzbau zu setzen und die Textlänge knapp zu halten. Bei den Blog-Beiträgen begrenze ich mich beispielsweise bewusst auf maximal 3.000 Zeichen pro Text.
  • Wenn ich Beiträge für digitale Medien verfasse bzw. ‚produziere‘, nutze ich in der Regel einen persönlicheren Ton und Schreib-Stil als beispielsweise in den Artikeln für Print-Medien. Mein Ziel ist dabei u.a., das „Defizit“ der „unpersönlichen“ Lesebedingungen auszugleichen und wertzuschätzen, dass die meisten Menschen ihre private Freizeit „hergeben“, um sich über ihre Interessensgebiete online zu informieren.
  •  Damit der Text flüchtig und trotzdem effizient gelesen werden kann, nutze ich den fett gesetzten Schriftschnitt. Das gilt insbesondere bei Texten, die aufgrund ihres Themas vergleichsweise „lang“ ausfallen. Auf diese Weise werden Kern-Aussagen klar hervorgehoben.
    Um die Gliederung – formal wie visuell – zu verdeutlichen, verwende ich zudem Absätze, Leerzeilen, aussagekräftige Schlagzeilen und Zwischentitel.

Vor allem der letzte Punkt gilt übrigens auch, wenn man für Print-Medien schreibt.
Last, but not least erhöht eine aktive Sprache die Qualität des Textes
– online wie offline.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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  1. Well done, my dear! Hab’s aber trotzdem mit Kaffeebecher in der Hand gelesen… ;D

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