In der zwischenmenschlichen Kommunikation stehen häufig zweck-orientierte Antriebskräfte, Impulse der Selbstdeutung und Interpretationen der persönlichen Identität in Wechselwirkung zueinander.

Mal führt der eine Gesichtspunkt das Oberwasser, mal der andere – und beeinflusst jeweils die Richtung wie auch den Energie-Pegel solcher Prozesse. Solange eine spannungsfreie Atmosphäre vorherrscht, ermöglicht diese Art von Dynamik u.a. die „friedensstiftende“ Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Sozialisation. Allerdings wird die Lage kritisch, wenn unterschwellige Konflikte heraufziehen und über die eine oder die andere „Partei“ hereinzubrechen drohen. Bei solchen „Eklats“ sind mitunter Projektionen – also quertreibende „Übertragungen“ – von Bedeutung.
Zwar sind Projektionen für sich genommen nicht zwangsläufig destruktiv, sondern potentiell sogar kreativ-schöpferisch verwertbar, weil sie immerhin der Phantasie entspringen. Sobald sie allerdings negativ gepolt sind, haben sie die Kapazität, desaströse Szenarien zu kreieren, aus denen niemand wirklich unbeschadet und schmerzfrei herauskommen kann. Um dann wenigstens die eigene Balance zu halten, nützen den beteiligten Kommunikations-Partner_innen mitunter folgende Methoden:

Wer gerade das Wort führt, kann…

  • …die eigene Position „im stillen Kämmerlein“ hinterfragen, um zum Beispiel herauszufinden, ob sie durch selbstdarstellerische Anteile motiviert ist oder ihren Ursprung darin hat, dass man vor anderen kaschieren will, was man selbst als persönliche „Schwäche“ empfindet
  • …nachspüren, was die eigene Position eigentlich bezweckt und ob konflikt-ärmere Pfade zum selben Kommunikationsziel führen
  • …persönliche Wertungen bewusst „de-aktivieren“, um beispielsweise zur sachbezogenen Kommunikationsebene zurückzufinden und dadurch die Situation pro-aktiv zu entkrampfen

Wer die „zuhörende Kommunikationsrolle“ innehat, kann…

  • …bewusst differenzieren, wie das Gehörte persönlich wahrgenommen wurde und wie man es anschließend gedeutet hat, um zum Beispiel herauszufinden, ob eventuell eine Fehl-Interpretation vorliegt
  • …innerlich in die Selbst-Reflektion gehen, um zum Beispiel per „Wirklichkeits-Check“ zu überprüfen, ob ein Teil der Projektion tatsächlich mit dem eigenen Verhalten verzahnt ist – oder um eben dies sicher ausschließen zu können.

Die Grundvoraussetzung ist, dass die Beteiligten den aufrichtigen Willen haben, die Spannung aufzulösen und genug Konfliktfähigkeit zeigen, um auch ungewohnte Wege zur Entspannung zu gehen, indem man zum Beispiel…

  • …der eigenen inneren Stimme intuitiv vertraut
  • …rundweg respektiert, dass jede_r der/die Expert_in für sich selbst bleibt und die Verantwortung für das eigene Kommunikationsverhalten trägt
  • …auf dem Radar hält, dass Kompromisse nur gemeinsam „erarbeitet“ werden können
  • …offen thematisiert, wie sich die Art des Miteinanders kommunikativ niederschlägt
  • …vorwurfsfrei und ohne zu werten die eigenen kommunikationsspezifischen Toleranzgrenzen benennt
  • …oder anspricht, wie die „Appelle“ des Gegenübers ankommen und inwieweit sie der Klärung bedürfen. Eine solche „Beziehungsarbeit“ lohnt sich, denn:

Gefahren warten nur auf jene,
die nicht auf das Leben reagieren.“
– Michail Gorbatschow –

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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