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  1. druckstelle sagt:

    Oha! Vielen Dank für die Info! Sehr aufschlussreich.

    • Gern geschehen! Im ‚Interesse und zum Schutz der Allgemeinheit‘ habe ich gerade die Seite BLOG: NETIQUETTE hinzugefügt. Herzliche Grüße und fröhliche Ostern – Jana Chantelau

      • Ich hab im Forum eines Online-Magazins, das ich redaktionell betreut habe, genau das erlebt. Es war zum Community-Austausch geschaffen worden, was lange Zeit sehr gut funktionierte. Eine bestimmte Kleingruppe, die sich untereinander sehr gut kannte, pushte sich eines Tages plötzlich gegenseitig darin, private, persönliche Beleidigungen gegen a) mich als Redakteurin (mich persönlich nicht kennend) und b) den Herausgeber UND seine Ehefrau und Familie zu richten. Die die Trolle auch nicht kannten. Wir mussten das Forum schließen, eine andere Möglichkeit gab es gar nicht mehr. Vollkommen irrsinnig. Dadurch, dass ich mich mit dem Versuch klärender oder vernünftiger Worte in die Diffamierungen eingemischt habe, wurde die Brutalität der Beleidigungen übrigens gesteigert. Als Motive: Neid/Missgunst auf der einen und tatsächlich die Suche von Aufmerksamkeit über negative gegenseitige Bestätigung auf der anderen Seite, so meine Vermutung. Es war eine sehr schockierende, um nicht zu sagen: traumatisierende Erfahrung für mich, weil ich plötzlich einige Wochen unter Verfolgungswahn litt, wenn ich in dieser Szene unterwegs war. Die Leute waren alle unter Alias-Namen im Forum angemeldet und ich hatte die Befürchtung, dass egal, wo ich mich in der Szene bewegte, ich mit diesen real interagieren könnte, ohne es auch nur zu ahnen. Das ekelte mich sehr.

      • Ahoi Elke!

        Damit schreckliche „Troll“-Erlebnisse dieser Art möglichst selten bleiben, ergänze ich, was man machen kann, um einen Totalschaden, wie du/ ihr ihn erlebt habt, evtl. zu vermeiden:
        a) ‚Allianzen‘ gegen den ‚Troll‘ schaffen, zum Beispiel mithilfe von fachlichen Expert_innen von außen, die quasi als ’neutrale‘ (oder zumindest: neutralisierende) Kraft ein Gegengewicht geben oder eine Art ‚Schiedsspruch‘ zur Schlichtung formulieren. Die gute Nachricht liegt u.a. in dieser Faustregel: Je größer die Community ist, desto größer ist der Einfluss, den diese ‚aktiven‘ Fachleute unterstützend nehmen können. Dasselbe gilt auch für das Zutun der anderen ‚Kreativen‘ innerhalb der Community. Dadurch wird es zunehmend einfacher, zügig und kompetent mit ‚Trollen‘ fertig zu werden.
        b) Aufklärung über das Phänomen der ‚Trolle‘ geben, zum Beispiel, um ‚engagierte‘ Nutzer_innen für das Vorgehen gegen den ‚Troll‘ zu aktivieren, indem man sie beispielsweise nach Handlungs-Empfehlungen fragt. Dabei sollte man aus meiner Sicht über die eigene konkrete Online-Plattform hinausdenken und auch die ‚analogen‘ Netzwerke berücksichtigen. Meist findet sich wer, der ‚Trolle‘ in den Griff bekommen hat und bereit ist, weiterzugeben, wie ihm/ ihr das gelungen ist.
        c) Rechtsberatung durch einen Internetsrecht- bzw. Medienanwalt einholen, um zu prüfen, ob der ‚Troll‘ abgemahnt werden kann o.ä.

        All dies bewahrt natürlich leider nicht davor, dass der ‚Troll‘ – etwa mithilfe einer Scheinidentität – quasi durch die Hintertür erneut versucht, auf derselben Online-Plattform Unfrieden zu stiften.
        Herzliche Grüße und entspannte Ostertage – Jana

  2. druckstelle sagt:

    Vielen Dank für den Hinweis auf die Trolle – war mir weder als Katgorie noch als Ausdruck bekannt. Sehr passend! Wie kommen diese Trolle nun aber im Netz so ‚weit‘, dass sie tatsächlich Schaden anrichten können? Das ist mir on- wie offline ein Rätsel.

    • Ahoi! Aus meiner Sicht sind „Trolle“ u.a. erfolgreich, weil sie durch ’negative Zuwendung‘ motiviert sind. Sie meckern und motzen, um Aufmerksamkeit zu erhalten, vorzugsweise von ‚hoher Ebene‘, so dass sie mitunter solange insistieren, bis jemand auf Geschäftsführungsebene reagiert. Ich vermute, dass dies auch ein Grund dafür sein könnte, warum „Trolle“ die Online-Plattform, über die sie meckern und motzen, paradoxerweise selten von sich aus verlassen, selbst wenn die meisten anderen Nutzer_innen wahrscheinlich in der Regel denken: ‚Troll‘ dich weg!‘. Zudem entwickelt sich manchmal auch ein_e „Engagierte_r“ zum „Troll“ – zum Beispiel aufgrund eines extrem enttäuschenden oder frustrierenden Erlebnisses – und wendet die eigene Fachkompetenz plötzlich zerstörerisch statt schöpferisch an, indem zum Beispiel das Bewußtsein über die Netiquette ‚ausgeschaltet‘ wird und die Argumentation adhoc rhetorische ‚No-gos‘ enthält, wie etwa: persönliche Attacken oder Spekulationen über private Hintergründe. Kurzum: Mancher „Troll“ handelt aus meiner Sicht wider besseren Wissens und nutzt die eigene Fachlichkeit, um aktiv gegen Menschen zu agieren – paradoxerweise mitunter, um von ausgerechnet diesen Menschen beachtet zu werden. Die Krux daran ist: Wer fachstark ist, ist meist ziemlich gut darin, gekonnt die Fakten zu verdrehen, denke ich, oder ‚Zitronen‘ mit ‚Äpfeln‘ zu vermischen, um beides als ‚Kraut und Rüben‘ zu bezeichnen. Last, but not least vermute ich, dass beim Verhalten von ‚Trollen‘ das Phänomen der Projektion eine Rolle spielt. Darüber habe ich u.a. im Beitrag „Kurz-Abriss: Projektionen als kommunikativer Störfaktor“ vom 15. März 2013 etwas geschrieben. Herzliche Grüße – Jana Chantelau

  3. Ahoi! Trotz mancher Skepsis denke ich auch: Authentizität behält nach wie vor die größte Durchschlagskraft. Zudem kommt man aus meiner Sicht auch an einen Punkt, an dem man eine relativ widerstandsfähige und positive Online-Reputation erreicht und dadurch – vielleicht sogar den besten – Schutz für sich selbst und für das Unternehmen schafft. Herzliche Grüße, Jana Chantelau

  4. Caroline Pitzer sagt:

    Ein sehr interessanter Artikel. Ich habe mich lange Zeit davor gescheut, meinen vollständigen Namen im Social Web zu benutzen. Mittlerweile benutze ich ihn gerade wegen der hohen Anonymität bewusst, um zu zeigen, dass eine echte Person dahinter steckt.
    Viele Grüße,
    Caroline

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