Beim Boxen bildet ein klares Regelwerk die Basis für den möglichst fairen Wettbewerb. Aus meiner Sicht entsprechen manche dieser sportlichen Grundsätze auch den Anforderungen an das Management von Unternehmen oder Organisationen. Zum Beispiel die folgenden:

  • Box-Sprache: „Die oberste Autorität zwischen den Seilen hat der/ die Ringrichter_in.“
    Management-Jargon: Die Ausgangspunkte für das strategische und operative Handeln fußen auf den jeweiligen Gesetzestexten, etwa in Bezug auf das Urheber-, Marken- oder  Telemediengesetz – und zwar intern wie extern.
  • Box-Sprache: „Protect yourselves at all times.“
    (Zu Deutsch: ‚Schützen Sie sich zu jeder Zeit.‘)
    Management-Jargon: Die Umsetzung einer Idee ist in der Regel schutzfähig, sodass man sich beim Marken- und Patentamt sachkundig machen sollte, in welcher Form man das ‚geistige Eigentum‘ unter sicheren Schutz stellt.
    Falls man mit Vertragswerken zu tun hat, empfiehlt sich, sie anwaltlich prüfen zu lassen, sobald sie ‚unterschriftsreif‘ sind – frei nach der britischen Redensart „better be safe than sorry.“ (Zu Deutsch in etwa: ‚Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.‘)
  • Box-Sprache: „No overpacing!“
    Management-Jargon: Beim effizienten Management von Ressourcen greift das Prinzip, die verfügbaren Mittel verantwortungsvoll und dauerhaft zur wirkungsvollen Entfaltung zu bringen, indem beispielsweise die Zwischenziele klar definiert werden und der Planung ein realistischer Zeitrahmen zugrunde liegt.
  • Box-Sprache: „Nicht einlullen lassen, bloß weil du nach Punkten führst!“
    Management-Jargon: Es genügt nicht, die eigenen Wettbewerbsvorteile – also: die Unique Selling Points (USPs) – zu kennen und zu benennen. Es kommt auch darauf an, vorausschauend darauf aufzubauen, um der Konkurrenz ‚eine Nasenlänge‘ voraus zu bleiben, zum Beispiel, indem man forscht, entwickelt und das Portfolio kontinuierlich optimiert – gerade zu Zeiten, in denen die Geschäfte gut laufen.
  • Box-Sprache: „Angeschlagene Gegner_innen sind die gefährlichsten.“
    Management-Jargon: Wenn ein Konkurrent in die Schieflage zu geraten scheint, ist das ‚Gebot der Stunde‘, hellwach zu bleiben, weil die Existenzangst zu ’schmutzigen Tricks‘ verleiten kann, zum Beispiel anhand von Preis-Dumping, ‚Diebstahl geistigen Eigentums‘ oder durch die Anwendung unlauterer Methoden wie etwa übler Nachrede – getreu der britischen Redensart ‚beggars can’t be choosers.‘ (Zu Deutsch in etwa: ‚Wer unten ist, hat wenig zu melden.‘)
  • Box-Sprache: „Wenn eine_r verteidigungsunfähig ist oder ein Knie am Boden ist, ist keine weitere Aktion erlaubt. Nichtbeachtung bedeutet Disqualifizierung.“
    Management-Jargon: Wer fair bleibt, führt. Oder wie die Friseur-Meisterin Edda Waidmann aufgrund ihrer über 40-jährigen unternehmerischen Praxis zu sagen pflegt: „Eine Chance muss man ihnen ja lassen.“ Vielleicht sogar zwei. Aber keinesfalls vier.
  • Box-Sprache: „Bist du schon Techniker oder noch Puncher?“
    Management-Jargon: Ein Erfolgsfaktor liegt darin, die Profis von den ‚Blendern‘ zu unterscheiden. Im Management bewährt sich, zu überprüfen, ob jemand die nötige Fachkompetenz ‚mitbringt‘ oder mithilfe von Vertriebs- und Verpackungs- techniken ‚heiße Luft‘ verkauft.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

Eine Antwort »

  1. […] ganzen Artikel gibt es hier, wenn Ihr diesem Link folgt! Unbedingt […]

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