„Empathie und Spiegelneurone. Die biologische Basis des Mitgefühls“
von Giacomo Rizzolatti und Corrado Sinigaglia
Edition unseld, 1. Auflage 2008
230 Seiten, € 10,00

Im Schulterschluss mit dem Philosophen Sinigaglio erläutert der Neurowissenschaftler Rizzolatti – auf neurobiologischer Basis – wie Menschen ihr Gegenüber wahrnehmen und deuten und was dies in ihnen selbst auslöst. Für mich war das Leseerlebnis mitunter packend wie ein Krimi, weil letztlich alles mit allem zusammenzuhängen scheint. Folglich fand das Buch hohe Aufmerksamkeit und Resonanz, weit über die neurowissenschaftliche Fachwelt hinaus.

 

„Focusing: Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme“
von Eugene E. Gendlin

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 8. Auflage 2011
218 Seiten, € 8,99

Der Untertitel verleitet zur Annahme, dass die Lektüre vor allem zur eigenständigen Bewältigung persönlicher Lebenskrisen taugt. Zu diesem Zweck hat der U.S.-amerikanische Psychotherapeut Gendlin zwar ursprünglich die Techniken zur Selbstwahrnehmung entwickelt und im Band Focusing Schritt für Schritt vorgestellt. Seine methodischen Tipps und Tricks sind nach meiner Erfahrung allerdings auch jenseits der Privatsphäre eine Stütze, wenn es zum Beispiel darum geht, Prioritäten zu setzen, die Umsetzbarkeit von Strategien und Konzepten zu überprüfen, negativen Stress loszuwerden oder die Arbeitswelt nach Feierabend weitgehend draußen zu lassen.
Im Zentrum steht dabei die Grundauffassung, dass es sich lohnt, auf den eigenen Körper zu hören und das individuelle erfahrungsbasierte Wissen auszuleuchten – nicht nur rein intellektuell, sondern gefühlsmäßig. Auf dem Cover meiner Ausgabe habe ich deshalb den Untertitel überklebt mit einem Spruch, den ich während meiner ersten Focusing-Übungen ‚fand‘: How to be your body´s best buddy.
Man braucht in erster Linie Experimentierfreude, Geduld mit sich selbst, Ruhe und ein gesundes Maß an Selbstdisziplin – frei nach dem Motto: „Wenn es leicht wäre, würden es ja alle machen.“

 

„Grundformen der Angst“
von Fritz Riemann
Ernst Reinhardt Verlag, 40. Auflage 2011

244 Seiten, € 16,90

Der psychologische Klassiker von Riemann (1902 – 1979) eignet sich für jede_n, der im Alltag häufig mit Menschen zu tun hat – sei es in dienstleistungsbezogenen Berufen, im Verein, in gemeinnützigen Organisationen oder schlichtweg aus dem humanistischen Interesse an anderen heraus.
Wer die Beiträge  „Kurz-Abriss: Was an persönlicher Wahrnehmung ‚typisch‘ ist“ (vom 25. März 2013) bzw. „Kurz-Abriss: Verhalten von Nutzer_innen innerhalb der Social Media“ (vom 27. März 2013) für aufschlussreich gehalten hat, findet in dem Sachbuch von Riemann eine nützliche Erweiterung.
Zudem kommt man beim selbst-reflektierten Lesen sich selbst „auf die Schliche“ und kann dadurch die oben erwähnten Gendlin’schen Techniken zur Perfektion bringen.
Manch eine_r wird angesichts von Kategorisierungen wie Angst vor der Hingabe, Angst vor der Selbstwerdung, Angst vor der Veränderung und Angst vor der Notwendigkeit möglicherweise zurückzucken.
Deshalb empfehle ich, im Hinterkopf zu behalten, dass das Modell von Riemann im Jahr 1961 erstmals veröffentlicht wurde – also aus einer Ära stammt, die (nur zum Vergleich) über zehn Jahre vor meiner Geburt liegt (und ich befinde mich in der Lebensmitte). Trotzdem gibt es praxis-relevante Bezüge zwischen dem Jetzt und Hier und den vermeintlich althergebrachten Theorien von Riemann.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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