Moderation: Die Themenstränge
in der Hand behalten

Wer die Moderationsrolle übernimmt, bestimmt ein allgemein geläufiges Thema – zum Beispiel: Tierschutz – und notiert auf kleinformatigen Karteikarten jeweils einen fiktiven Charakter. Zum Beispiel: ‚Taxifahrer_in, 57 Jahre alt, frustriert‘, ‚Yoga-Lehrer_in, 26 Jahre alt, entspannt‘, ‚Wissenschaftler_in, 41 Jahre alt, energiegeladen‘, ‚Teenager, 14 Jahre alt, stimmungsschwankend-pubertär.‘ Die Karteikarten werden verdeckt gemischt, aufgefächert und auf die übrigen Teilnehmer_innen verteilt. Auf diese Weise bekommt jede_r per Zufall eine Rolle zugespielt, die sonst niemand kennt.
Danach formieren sich alle zur Gesprächsrunde. Die Person, die moderiert, stellt eine überspitzte Frage zum gesetzten Thema. Zum Beispiel: ‚Tierschutz: Eintagsfliege im individuellen Alltagsleben? Oder Mammutaufgabe für die europäische Zivilgesellschaft?‘
Die anderen Teilnehmer_innen reagieren darauf, und zwar gemäß des fiktiven Charakters, den sie auf ihrer Karteikarte gelesen haben. Ihr Ziel ist, die Diskussion an sich zu reißen, indem sie versuchen, die Moderation bewusst zu manipulieren. Oder indem sie die Wortbeiträge der anderen ‚verdrehen‘, um die eigene Argumentation durchzusetzen.
Wer die Moderationsrolle innehat, hat die Aufgabe, beides zu verhindern und höflich, aber bestimmt eine konstruktive Linie ins Feld der Debatte zu ziehen, auf einen Konsens bzw. ein Fazit hinzusteuern und die Diskussion zu einem angemessenen Zeitpunkt für beendet zu erklären.

 

Freie Rede: Aus dem Stehgreif heraus
zu fachfremden Inhalten improvisieren

Für diese Trainingseinheit reicht ein Duo aus. Wer frei spricht, bekommt vom Gegenüber einen spontan und frei gewählten Gegenstand überreicht. Dann folgt die Aufforderung, drei Minuten lang möglichst konkret zu diesem Objekt zu referieren. Ohne Denkpause, ohne Vorbereitungszeit. Und drei Minuten können mitunter ziemlich lang erscheinen. Wer in der zuhörenden Rolle ist, hat die Aufgabe, die Rhetorik und die Körpersprache zu analysieren.
Nach dem Ende der Stehgreif-Rede werden Selbst- und Fremdwahrnehmung abgeglichen, um konstruktive Tipps für den Sprechenden herauszufiltern, was beim nächsten Mal noch besser gemacht werden könnte. Danach werden die Rollen natürlich getauscht.

 

Kampagnen konzipieren: Originelle Sichtachsen
wie zufällig entdecken

Die Kern-Aussage der Kampagne wird zur Frage umformuliert, um einen Ausgangspunkt zu haben und den Einstieg in die Ideenentwicklung zu finden. Aus der Forderung: ‚Die Mauer im Kopf muss weg!‘ wird zum Beispiel das Hinterfragen: ‚Warum eigentlich? Muss die Mauer im Kopf wirklich weg? Brauchen wir sie? Ja? Nein? Vielleicht?‘ Dann greift eine_r aus dem Team zum Wörterbuch, schlägt eine Seite auf und wählt ein x-beliebiges Wort heraus. Durch gemeinschaftliche Assoziationsketten wird die Frage in einen möglichst direkten Zusammenhang zu dem Begriff aus dem Wörterbuch gestellt.
In der Regel erfordert das, in Teamarbeit quer-und-um-die-Ecke zu denken, um die Trennlinien zwischen der Bedeutung der Frage und der Bedeutung des Wortes zu verwischen.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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