Der Laptop-Aktivismus gewinnt an Bedeutung – u.a. wegen der Nachrichten aus Istanbul und der Lage in den Hochwasser-Gebieten Ost- und Süddeutschlands.

Parallel zum Graswurzel- bzw. Bürger-Journalismus wachsen professionalisierte Portale wie Offshore Leaks oder WikiLeaksDer Trend geht aus meiner Sicht dahin, Querverbindungen zwischen den beiden Informations-Polen zu schaffen. Dass die türkische Polizei den Wasser-Kanistern der Wasserwerfer chemische Zusätze beimischt, wurde beispielsweise u.a. im WikiLeaks-Forum verbreitet.
Um die aktivistische Arbeit im Internet so zu gestalten, dass sie von Journalist_innen verwertet werden kann, sind u.a. folgende Faust-Regeln sinnvoll:

Do’s:

  • Nur verifizierte Informationen veröffentlichen
    Damit die eigene Glaubwürdigkeit unbeschadet bleibt, ist empfehlenswert, sich vor der Veröffentlichung jede Information bestätigen zu lassen – durch mindestens zwei Augenzeug_innen.
    Zudem nützen Verlinkungen auf interne und externe Seiten, um nachvollziehbar darzustellen, woher welche Nachricht stammt und welche thematischen Weiterführungen bereits bekannt sind.
  • Um komplexe Sachverhalte mithilfe von Bildern und Grafiken zu veranschaulichen, sind Verschlagwortungen – sogenannte Taggings – und Werkzeuge zur Visualisierung zielführend.
    Eine Übersicht zu Grafik-Tools bietet zum Beispiel die Website vom Netmagazine.
    Eine erste Orientierung über Schlagwort-Tools gibt u.a. die Website des Online-Dienstleisters SEO-united.
    Der Einsatz von sogenannten Hashtags ist bei Kurz-Nachrichtendiensten wie Twitter üblich, um durch diese Art der Verschlagwortung möglichst zielgruppengenaue Reichweite zu generieren.
    Im Laptop-Aktivismus hat sich bewährt, pro Nachricht nur die allernötigsten Hashtags zu verwenden, wie etwa: #Geki-Park. #Hochwasser #Sachsen-Anhalt. #Aufschrei

Don’ts:

  • Extreme Positionierungen
    Wer Maximal-Forderungen stellt, nimmt in Kauf, sie kaum oder gar nicht durchsetzen zu können. Auf diese Weise werden in der Regel potentielle Verbündete verprellt – wie etwa Journalist_innen und/ oder ähnliche Interessensvertetungen, nicht zuletzt: NGOs.
  • Mit O-Tönen und Bildaufnahmen polemisieren
    In der Regel wirkt (selbst-) dokumentarisches Material aufgrund der Authentizität überzeugender, als künstlich geschaffene emotionale Effekte, die – etwa aus Wut, Empörung oder Stress heraus – intentional ‚einen drauf‘ setzen.
  • Vorsicht vernachlässigen
    Effizient und effektiv
    zu handeln, bedeutet oft: unter Zeitdruck zu arbeiten. Trotzdem ist essentiell, dass die Sorgfalt und Umsicht nicht auf der Strecke bleibt.

Bei Twitter und Facebook gibt es Trittbrettfahrer_innen, die mithilfe von Social Bots anti-sozial agieren. Bei beiden Plattformen ist u.a. aus diesem Grund möglich, andere vom Zugriff auf die selbsterstellten Tweets bzw. Postings auszuschließen.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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