„Wie unser Gehirn die Welt erschafft“ von Chris Frith
Springer Spektrum Verlag, 2010
328 Seiten, € 24,99

Im Hirn wächst nicht nur das Bewusstsein heran, sondern die Fähigkeit, sich in der Welt adäquat zu orientieren. Bei gesunden Menschen gewährleisten die neuronalen Verbindungen beispielsweise, dass visuelle und akustische Informationen synchron zueinander verarbeitet werden.
Dadurch ist es grundsätzlich menschenmöglich, motorische Reaktionsketten zu produzieren, die sowohl im Tempo als auch im Umfang zur jeweiligen Situation passen. Trotzdem ist niemand vor optischen Täuschungen gefeit, und Wahrnehmungsfilter können dazu führen, dass man wesentliche Hinweise buchstäblich ‚durch die Lappen‘ gehen lässt.
Um herauszufinden, wie die Umwelt, das Gehirn und der menschliche Geist ineinandergreifen, richtet der englische Hirnforscher Chris Frith seine Versuchsreihen u.a. an den Zerrbildern der Wirklichkeit aus. Davon berichtet er – humorvoll wie Oliver Sacks, aufschlussreich wie Paul Ekman und ohne fachliche Vorkenntnisse vorauszusetzen.

 

„Detektive in Weiß: Mysteriöse Krankheitsfälle und ihre Diagnose“ von Lisa Sanders
btb Verlag, 2011
400 Seiten, € 9,99

Die U.S.-amerikanische TV-Serienfigur Dr. House ist im Typus an die real-existierende Lisa Sanders angelehnt, vor allem: an ihr professionelles Wissen und Wirken.
Mit „Detektive in Weiß“ entwickelt Sanders erstmals eine eigenständige Erzählform für die seltenen Krankheiten, die sie ansonsten ärztlich diagnostiziert oder als fachliche Beraterin in die TV-Produktion einbringt.
Sie nutzt dafür eine unterhaltsame Schreibe, räumt freimütig ein, dass mitunter der ‚Kommissar Zufall‘ zum Erfolg führt und kombiniert die Absurdität des Alltags routiniert mit der Komplexität des menschlichen Körpers.

 

„Gefühle lesen: Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren“
von Paul Ekman
Spektrum Akademischer Verlag, 2. Auflage 2010
396 Seiten, € 14,99

Der U.S.-amerikanische Psychologe Paul Ekman hat sein über 40-jähriges Berufsleben der Erforschung menschlicher Mimik gewidmet, um die Gesichter anderer zügig und akkurat ‚lesen‘ zu können. Inzwischen meint er, sogar dazu imstande zu sein, die eigenen Gesichtsmuskeln vollumfänglich der Willkür zu entziehen – obwohl beispielsweise die Ringmuskulatur rund um die Augen als physiologisch ‚unkontrollierbar‘ gilt.
Ekmans Lebenswerk ist das sogenannte Facial Action Coding System (FACS).
Es basiert auf einer systematischen Dokumentation von Gesichtsausdrücken mitsamt deren Deutung und wird u.a. für therapeutische Zwecke genutzt – zum Beispiel, um autistischen und/oder gesichtsblinden Menschen die zwischenmenschliche Kommunikation zu erleichtern.
Der Band „Gefühle lesen“ fasst diese Erkenntnisse pointiert zusammen. Man erfährt beispielsweise, nach welchen Methoden man die emotionale Selbstkontrolle verbessern kann, wie man kulturspezifische Komponenten korrekt erfasst und empathisch auf andere reagiert. Zudem enthält der Anhang einen Selbsttest, der Aufschlüsse über das persönliche Einfühlungsvermögen gibt.

 

„Psychologie der Persönlichkeit“ von Jens B. Asendorpf und Franz J. Neyer
Springer-Verlag, 5. vollständig überarbeitete Auflage 2012
469 Seiten, € 39,95

Wer oft und gern mit Charakterköpfen unterschiedlicher Temperamente zu hat, findet in diesem psychologischen Standardwerk wissenschaftliche Erklärungen dafür, wie die Persönlichkeitsmuster entstehen und wie sie sich verändern können; die Themenbereichen zur ’Persönlichkeitsentwicklung’ wurden mit der letztjährigen Auflage deutlich erweitert.
Dadurch steigt zwar die Inhaltsdichte, aber der Lesestoff ist aussagekräftig, klar strukturiert und wird zudem grafisch untermauert. Zum Weiterlesen hat mich auch die Gewißheit angespornt, Seite um Seite meine Menschenkenntnis zu vertiefen, weil jedes Kapital überzeugende Alltagsbezüge enthält.
Allerdings benötigt man Zeit zum konzentrierten Lesen, ein relativ hohes Maß an
Lern- und Arbeitsbereitschaft, Geduld und Ruhe, weil sich die Zusammenhänge
sukzessiv erschließen.
Der Springer-Verlag begleitet das Fachbuch mit einem Lernzentrum im Internet. Darin sind Spiele für Erwachsene enthalten, die dazu beitragen, die Wissenserweiterung zu festigen.

Alternativ dazu führt dieser Link zur englischsprachigen Computer-Therapeutin ELIZA:
http://psych.fullerton.edu/mbirnbaum/psych101/Eliza.htm

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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