In meinem nächtlichen Traum bin ich neulich der Comic Figur Dagobert Duck aus der Zeitschrift Mickey Maus begegnet. Ich sagte ihm, dass ich Entweder/Oder-Entscheidungen mag. Daraufhin machte mir der Gründer von Entenhausen das folgende Angebot: Bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren würde er die Dienstleistungen von SATZBAUWERK pauschal mit einer Ausgangsvergütung von € 100.000 pro Jahr honorieren.

Zuzüglich würde er…

  • …entweder: eine Bonus-Ausschüttung von zehn Prozent nach jeweils zwölf Monaten auszahlen, und zwar bezogen auf den Gesamt-Etat.
  • …oder: eine Bonus-Ausschüttung von fünf Prozent nach jeweils sechs Monaten auszahlen, auch bezogen auf den Gesamt-Etat.

Ich habe mich für die letztgenannte Zahlungsmodalität entschieden. Oder nicht? Meine Begründung steht im abschließenden Absatz.
Um die öffentlichkeitswirksame Aussagekraft von Zahlen zu erhöhen, neigen Entrepreneure wie Dagobert mitunter dazu, die statistischen Angaben mithilfe von Grafiken zu relativieren, zum Beispiel, indem sie es manchen PR-Beauftragten, Marketing-Expert_innen, Journalist_innen u.a. Medien-Profis gleichtun und…

  • …das Maß der Skalierung auf ein und derselben Achse plötzlich verändern, um eher marginale Unterschiede über Gebühr herauszustellen, wie in dieser Skizze: Anti-Vorbild. Im Vergleich dazu sähe die maßstabsgerechte Darstellung annährend aus wie in dieser Skizze: Vorbild.
  • …prozentuale Anteile angeben, die sich insgesamt gar nicht auf 100 Prozent addieren, wie in dieser Skizze: Anti-Vorbild. Im Vergleich dazu sähe eine vollumfängliche Darstellung annährend aus wie in dieser Skizze: Vorbild.

Kurzum: Nicht jede Statistik, die seriös erscheint, ist auch inhaltlich repräsentativ.
Aus diesen Gründen prüfe ich visualisierte Zahlen grundsätzlich auf ihre Plausibilität
und Logik. Bei Zahlen, die auf Umfragen basieren, fasse ich u.a. nach, welche Personengruppen konkret befragt wurden und wie groß die Stichprobe de facto
gewesen ist.

Um auf das Angebot von Dagobert Duck zurückzukommen:

Zehn Prozent des Gesamt-Etats von € 100.000 entspricht € 10.000 pro Jahr bzw. € 5.000 pro Halbjahr. Fünf Prozent des Gesamt-Etats von € 100.000 entspricht auch € 5.000 pro Halbjahr. Allerdings hat sich nach sechs Monaten der Gesamt-Etat auf € 105.000 erhöht, sodass die Bonus-Auschüttung nach dem zweiten Halbjahr € 5.250 beträgt. In den Halbjahren drei und vier würden sich diese Entwicklungen proportional fortsetzen. Deshalb ist die fünf-Prozent-Variante lukrativer als das Modell, das auf den zehn Prozent basiert.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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