Um Informationen professionell zu evaluieren, kommt man kaum umhin, dem Gegenüber zielgerichtete Fragen zu stellen – zum Beispiel zum Verlauf eines Gesprächs, eines Seminars oder einer Projektarbeit.

Durch Fragen führt man nicht nur den Dialog, sondern man führt das Team durch konkrete Situationen und Aufgabenstellungen. Deshalb gilt: „Wer fragt, führt.“ Vor diesem Hintergrund bekommen sogenannte „Soft Skills“ wie Empathie, Fairness und Sozialkompetenz eine besondere Relevanz für den beruflichen Erfolg, etwa in Bezug auf die interdisziplinäre Teamarbeit oder hinsichtlich der allgemeinen Unternehmenskultur. Beim Fragen halte ich mich u.a. an folgende Grundprinzipien:

Do’s: Offene Fragen stellen

  • Eine ‚offene‘ Frage zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht mit ‚ja‘ oder ’nein‘ zu beantworten ist. In der Regel nützen hierfür die sogenannten ‚W-Fragen:‘ Was? Wie? Wo? Wann? Wer? Im Zusammenhang von Fragen gilt warum? allerdings nur bedingt. Warum? Das steht in den anschließenden ‚Don’ts.‘ Konstruktiven Charakter haben zum Bespiel diese Fragen:
    „Wie siehst du das?“
    „Was blockiert bzw. stört dich besonders?“
    „Was hilft dir am meisten?“
    „Was ist für dich am einfachsten?“
  • Beschreibende Höchststufen wie ‚am meisten‘, ‚am ehesten‘, ‚am schnellsten‘, ‚am dringlichsten‘, ‚vor allem‘ und ‚in besonderem Maß‘ sind mitunter nützlich, um aus den Antworten des Gegenübers eine Priorisierung herzuleiten.
    Die Voraussetzung dafür ist, dass solche Steigerungsformen – weitestgehend – gefühlsneutral und sachbezogen angewandt werden – frei von unterschwelligen Vorhaltungen, suggestiven Vorwegnahmen, bedeutungsschweren Andeutungen und dergleichen mehr.

Don’ts: Vorwürfe oder Schuldzuschreibungen in die Frage integrieren

  • Wer nach ‚wieso‘, ‚weshalb‘ oder ‚warum‘ fragt, geht das Risiko ein, dass das Gegenüber eine verkappte Bekrittelung heraushört, die Gefühlsebene den Sachbezug daraufhin überlagert und das Gespräch letztlich eskaliert.
    Riskanten Charakter haben zum Beispiel diese Fragen:
    „Wieso blockiert bzw. stört dich das?“
    „Weshalb trittst du auf der Stelle?“
    „Warum ist dieser Arbeitsschritt noch nicht erledigt?
  • Auch aufgrund von Relativierungen kann der Kommunikationsprozess per Nachfrage unmittelbar zum Eklat führen. Riskanten Charakter haben zum Beispiel diese Nachfragen:
    „Wie würdest du dich an meiner Stelle fühlen?“
    „Was wäre, wenn ich mich verhalten würde wie du?“
    „Was hast du eigentlich dagegen?“
    „Wo kämen wir hin, wenn das jede_r machen würde?“
  • Darüberhinaus haben mehrdeutige Übertreibungen bei einer Fragestellung nichts zu suchen, weil es darauf meist gar keine Antwort gibt. Riskanten Charakter haben zum Beispiel diese Nachfragen:
    „Wieso blockiert bzw. stört dich das schon wieder?“
    „Weshalb trittst du immer auf der Stelle?“
    „Warum wird der Ablaufplan jedes Mal geändert?“

Hiergegen bringen sach- und situationsgerechte Fragen den Arbeitsprozess voran – und zwar mit Effizienz und Effektivität.

Zudem gleicht man dadurch die Selbst- und Fremdwahrnehmung praxisnah untereinander ab, zeigt Respekt für das Zutun anderer und unterstützt die Teamdynamik. Deshalb halte ich Fragen hoch – fast überall, fast jederzeit.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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