„Als Schlemihl nach Warschau ging“
von Isaac B. Singer
Gerstenberg-Verlag, 2000
90 Seiten, z.Z. vergriffen

Die Geschichte handelt vom polnischen Dorf Chelm – wie auch von den Sehnsüchten seiner Bevölkerung. Den nichtsnutzigen Familienvater Schlemihl packt zum Beispiel das Fernweh; folglich schickt er sich an, seine Frau und die Kinder zu verlassen, um zu Fuß in die 230 Kilometer entfernte Großstadt Warschau aufzubrechen (statt nach einer knappen Marathonstrecke bereits an der Grenze zur Ukraine zu sein.)
Nach der ersten Tageswanderung stellt Schlemihl die Spitzen seiner Stiefel so auf, dass sie direkt nach Warschau zeigen. Dann legt er sich an der Wegstrecke schlafen. Dabei entgeht ihm allerdings, dass der Dorfschmied hintendrein gelaufen ist, um Schlemihls Stiefel in die entgegengesetzte Richtung zu drehen. Als Schlemihl tags darauf das ‚Ausgangsziel‘ der Reise erreicht, erscheint ihm fast alles vertraut und neu zugleich – zum Beispiel: seine Kinder, seine Frau und seine Nachbarn – sodass sich die subtile Frage stellt, wo er angekommen ist – bei wem und warum.

 

„Ich will zum Film“
von Edith Schreiber-Wicke und Carola Holland
Thienemann-Verlag, 1993
26 Seiten, z.Z. vergriffen,
im Antiquariat sicherlich auffindbar

Der narzisstisch veranlagte Bär Waldfried Meier wandert nach Nordamerika aus, um jenseits des Waldes die Bretter zu erobern, die vermeintlich die ganze Welt bedeuten. Unter dem Pseudonym ‚Griz Brumm‘ gelingt Meier tatsächlich ein krachender Kassenschlager, sodass er unter der Regie von Steven Spielbär in die Liga von Robärt Redpfot, Bäri Kupa und Charles Brumson aufsteigt.
Bald dämmert Meier allerdings, warum ihm Honig und Holz besser gefällt als Ruhm und Reichtum. Statt sich von der Filmindustrie verbiegen zu lassen, kehrt er – ohne Reue – in den Wald zurück.

 

„Nurse Lugton’s Curtain“ von Virgina Woolf
Harcourt Childrens Books, 1991
32 Seiten, z.Z. vergriffen,
im Antiquariat sicherlich auffindbar;
in englischer Sprache

Die Hausangestellte Nurse Lugton näht an einem Vorhang, der für den Gesellschaftsraum ihrer Hausherrin bestimmt ist. Dabei schläft sie ein und gerät im Traum an einen phantastischen Ort namens Millamarchmantopolis. Dort kann sie ihre Ängste überwinden, Zoo-Tiere zähmen und anderen Menschen sogar den Takt vorgeben.
Wer die sprachliche Leichtigkeit der englischen Schriftstellerin Virgina Woolf mag, wird an dieser Kurzerzählung altersunabhängige Freude haben.

 

„Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett
Gerstenberg-Verlag, 13. Auflage 2009
221 Seiten, € 19,95;
vom Verlag empfohlenes Alter: ab zehn Jahre

Neben dem Roman „Der kleine Lord“ gehört dieser Kinderbuch-Klassiker zu den bekanntesten Werken der englischen Autorin Frances Hodgson Burnett. Die Handlung ist im Herrenhaus Misselthwaite in Yorkshire verortet und erzählt die Geschichte der zehnjährigen Mary Lennox.
Als Tochter kolonialistischer (sogenannter) Eltern wurde sie in Indien geboren. Nach dem Cholera-Tod ihrer (sogenannten) Mutter wie auch ihres (sogenannten) Vaters wird Mary – für sie: erstmals – nach England geschickt, um fortan bei ihrem verwitweten (sogenannten) Onkel Archibald Craven aufzuwachsen. Das anfangs noch verschlossene Kind fasst zunehmend Vertrauen in die Hauswirtschafterin, ihren Sohn, und auch in die eigentümlichen Gärtner, die die Außenanlagen pflegen. Auf diese Weise gelingt es Mary, buchstäblich neue Zugänge zu finden – zur eigenen Gefühlswelt, zu den Empfindsamkeiten aus ihrem Umfeld, zum Haus… Und letztlich sogar zu den Gärten, die im Anwesen versteckt wurden, nachdem Archibalds Frau in einem dieser Gärten einen tödlichen Unfall erlitten hatte.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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