„Absender unbekannt:
Gefundene Zettel, Mitteilungen und Briefe“

von Davy Rothbart
Kein & Aber Verlag, 2. Auflage, 2007
160 Seiten, z.Z. vergriffen,
im Antiquariat sicherlich auffindbar

Im englischen Sprachraum hat Davy Rothbart bereits eine mehrbändige Sammlung mit schriftlichen Fundstücken veröffentlicht, die in dieser Ausgabe erstmals auf deutsch herausgegeben wurden. Beim Querblättern kann man auf lebensphilosophische Versatzstücke stoßen, die die eigene Ideenwelt wachrütteln, Erinnerungen wie neu zutage fördern, witzig anzusehen sind oder schlichtweg einen kurzweiligen Lesestoff ergeben.

 

„Vervollständige die Funktion:
Über 222 genial schlagfertige Antworten
auf nervige Prüfungsfragen“

von Petra Cnyrim
riva-Verlag, 2014
176 Seiten, € 8,99

Wie im Vorbeigehen trägt dieses Buch dazu bei, dem innovativen Denken auf die Sprünge zu helfen, denn Petra Cnyrim bildet ab, welche Antworten vom Lehrpersonal kaum erwartet werden.
Dass die findigen Lösungsvorschläge aus der Perspektive der Schüler_innen trotzdem eine inhaltliche Berechtigung enthalten, liegt auch an den Fragen, die z.T. unpräzise formuliert wurden und dadurch die Deutungsmöglichkeiten erweitern – vermutlich allerdings: fern jeder Absicht.

 

„Als Hitler die Atombombe baute:
Lügen und Irrtümer über das Dritte Reich“

von Friedemann Bedürftig
Piper Verlag, 2003
268 Seiten, z.Z. vergriffen,
im Antiquariat sicherlich auffindbar

Der Historiker und Germanist Friedemann Bedürftig (1940 – 2010) fasst in diesem Sachbuch exemplarisch nach, wie bedeutungsgeladene Begriffe und Fehlannahmen aus der Zeit des Nationalsozialismus in die vermeintliche ‚politische Korrektheit‘ der deutschen Nachkriegsjahre überführt wurden. Dabei zeigt sich, dass der organische Charakter der Alltagssprache dazu beiträgt, inhaltliche Aussagen umzudeuten, zu leugnen bzw. (un-)bewusst zu verdrehen – etwa, um das eigene Selbstbild schützen, statt sich mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen. Oder um bequem gewordene Klischees aufrechtzuerhalten, obwohl der zeitaktuelle Kontext ‚eigentlich‘ nicht mehr passt und deshalb der sprachliche Versuch erfolgt, die abwegige Einbettung geradezubiegen und scheinbar passend zu machen.
Der Autor stellt die sozialen und kulturhistorischen Alltagsmythen sachlich klar und macht dadurch erfassbar, warum der persönliche Sprachgebrauch u.a. von der eigenen Haltung zur ’nationalen Identität‘ beeinflusst wird, wie das öffentlich formulierte Meinungsbild auf das individuelle Denken abfärben kann – und weshalb einzelne ‚Schlag-Wörter‘ hin und wieder eine (selbst-) enttarnende Wirkung in sich bergen.

 

„Kunstfälschers Handbuch“
von Eric Hebern
DuMont-Verlag, 2. Auflage, 2011
208 Seiten, € 25,50

Als fast genialer Kunstfälscher hat der Brite Eric Hebborn (1934 – 1996) die Werke von Anthonis Van Dyck, Nicolas Poussin, Peter Paul Rubens, Jan Breughel, Piranesi u.a. handwerklich versiert nachgebildet, als ‚echt‘ ausgegeben und an renommierte Museen auf der ganzen Welt verkauft – bis ihm schlussendlich der Kurator Konrad Oberhuber (1935 – 2007) von der National Gallery of Art in Washington DC auf die Spur kam und die umfassende Enttarnung der Reproduktionen einleitete.
In der Folge hat Hebborn im angelsächsischen Kulturraum einen ähnlichen Bekanntheitsgrad erworben wie hierzulande Konrad Kojau (1938 – 2000).
Kurz vor seinem Tod ist es Hebborn gelungen, dieses detailgenaue Arbeitsbuch zu veröffentlichen. Material-technisch wie auch künstlerisch legt er darin offen, welche Wissenstiefe in seine Fälschungen eingegangen ist, sodass sein Ruf gewahrt bleiben wird  – frei nach eigener Deutung, geheimnisumrankt wie ein Schatten an der Wand.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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  1. Tasmetu sagt:

    Eine gute Zusammenstellung wie ich finde, vielen Dank dafür 🙂 So etwas ist immer wieder mal ganz witzig, vor allem wenn man selbst gerade irgendwie eine Schreibblockade hat oder frustriert ist vom Prüfungsstress 🙂

    • Ahoi Tasmetu,
      gern geschehen – und DANKE für Ihren Kommentar. Um in die eigene Ideenwelt ‚hineinzuspringen‘ – oder auch, um ausgetretene Pfade hinter sich zu lassen – sind unterhaltsame Bücher oft ein passendes ‚Arbeitsmittel.‘

      Herzliche Grüße, Jana Chantelau

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