Aus meiner Sicht bedingt sich die Kompetenz, ‚Führungskraft‘ zu sein, u.a. darin, der professionellen Fähigkeiten bewusst zu bleiben, der eigenen Wirkung zu vertrauen, im individuellen Tempo zu gehen und durch die persönlichen Werte den Weg auszuloten, der zu keinem besser passt als zu einem selbst.

Denn sich selbst gewahr zu bleiben profiliert die persönliche Präsenz und birgt die Chance, das berufliche Dasein in der Vorwärtsbewegung zu halten, bis man obenauf liegt und die Richtung schlussendlich selbst bestimmen kann. Allerdings muss man dabei abwägen, welche Folgen das eigene Verhalten für andere hat und was für einen selbst daraus resultiert.
Denn die Fähigkeit, anderen Menschen eine sinnstiftende Orientierung zu geben und sie quasi naturgemäß ‚zu leiten‘, entsteht weder über Nacht noch durch Zufall, sondern bedarf relativ zeitaufwändiger “Wachstumsbedingungen.” Dazu gehört die wiederkehrende Bereitschaft zur Reflektion, wie auch die Auseinandersetzung mit den Quellen der persönlichen Motivation, Haltung und Lebenskraft. Beispielsweise brauche ich in meiner höchsteigenen Situation circa zweimal im Jahr eine retrospektive „Inventur”: Ich vergegenwärtige mir, wie ich eine weitgehend dysfunktionale ‚Ursprungsfamilie‘ relativ erschütterungsfrei ‚ausgestanden‘ habe und ziehe eine Zwischenbilanz u.a. darüber, inwieweit mein Denken wirklich unabhängig geblieben ist, an welchen Stellen ich Kompromisse eingegangen bin – und warum – wann ich den Mut zur Meinung gezeigt habe und was daraus folgte – für mich und auch für mein Umfeld.
An diesem Prozess ist herausfordernd, dass die Zustände des inneren Zwiespalts aus mir selbst heraus beantwortet und aufgelöst werden müssen. Darüber hinaus formuliere ich, was ich bis wann – u.a.: für mich selbst – erreicht haben will. Ohne diese Zielvorstellungen wäre der Weg egal (statt bewusst gewählt). Die Mittel blieben diffus und beliebig (statt eindeutig und zielorientiert). Meine Handlungsalternativen würden weniger klar zutage treten als mit der erklärten Absicht und Willensbekundung. Eine solche ‚Agenda‘ zeichnet nämlich u.a. vor, an welchem Welt- und Selbstbild ich selbst eine Halt gebende Orientierung finde, wie ich mein Arbeitsfeld – idealerweise – gestalten will – und welche Ergebnisse ich gerade anstrebe.
Auf der Ebene der Geschäftsführung stützt mich dieses Fundament u.a. darin, richtungsweisende Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen, Aufgaben zu erledigen bzw. zu delegieren, Konflikte zu lösen und hierbei möglichst verhaltensklar zu bleiben. Denn in der Regel ist jedes Ziel erreichbar, solange die Relevanz der Ziele erhalten bleibt, die Richtung stimmt und die eigene Energie und Ausdauer genügt, um konzentriert ‘zur Sache’ arbeiten zu können.

 

Im Rahmen des Wettbewerbs PANDA EXECUTIVE 2014 hat Dr. phil. Isabelle Azoulay meinen oben ausgeführten Standpunkt wie folgt kommentiert:

Was bedeutet es, Bewegung zu schaffen, bewegen zu können, Parameter zu verschieben, Visionen zu realisieren?
Jana Chantelau sammelt in ihrem Essay exakt die notwendigen Ingredienzen, die uns ermöglichen, uns selbst „Wachstumsbedingungen“ zu schaffen. Den Motor ölen, kein Rädchen vergessen, auch die Selbstkritik nicht. Sie zeichnet eine Landkarte der Sozio-Ökologie, die das Abenteuer „Erfolg“ ortet.
In meiner Coaching- und Integrative Therapie-Arbeit nutze ich genau diese Elemente auch. Daher überzeugt mich die Klaviatur, die sie vorstellt. Deutlich wird: Unsere Energie bündelt sich dort hin, wo unsere Aufmerksamkeit fokussiert ist. Es mag für manche eine Binsenwahrheit sein, aber die tatsächlichen Bedingungen dafür zu schaffen, ist ein großes Kunststück, für das Jana Chantelau alle Aspekte seziert hat.
Wenn der PANDA-Geist genau das vehikuliert, können wir gewahr sein, daß sich die Gesellschaft verändert. Jana Chantelaus Beitrag über Führungsstärke bündelt dafür die notwendigen Ressourcen.
Ich finde es wichtig – und bin froh, daß ihre Stimme bei PANDA erhört wird.

Mit besten Grüßen,
Dr. phil. Isabelle Azoulay

 

Jana Chantelau dankt Dr. phil. Isabelle Azoulay
für ihre Unterstützung.

Informationen über den Karriere-Contest PANDA
sind u.a. hier abrufbar:
www.we-are-panda.com

 

 

 

 

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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