Die sogenannte ‚unternehmerische Vision‘ ist die doppelte Herzkammer der Unternehmensidentität – also: der Corporate Identity (CI) – denn um für das eigene Unternehmen noch unterbesetzte Marktnischen reklamieren zu können, entwirft man darin einerseits ein ‚visionäres‘ Gesamtbild.

Dieses Gesamtbild zeigt in Worten – teilweise auch in Symbolen – warum man die Geschäftszweige im Jetzt und Hier ausgerechnet ’so‘ kalkuliert, prognostiziert und umsetzt (statt alternative – oder gar: ‚markt- bzw. branchenüblichere‘ – Pfade  zu beschreiten). Zum anderen wird in der ‚unternehmerischen Vision‘ das Zukunftspotenzial benannt, das beifolgend – relativ ergebnisoffen – erschließbar bleibt. Und wie. Denn vermeintlich konservative Faktoren wie Glaubwürdigkeit, Authentizität und wirtschaftliche Machbarkeit tragen veritabel dazu bei, das Vertrauen in die Produkt- und Dienstleistungsangebote nach innen zu bestärken und nach außen zu befördern.
Gegenüber des eigenen Teams wie auch gegenüber Dritten wird sich ansonsten die Neuartigkeit der unternehmenseigenen Leistungspalette kaum begreifbar machen können. Die Alleinstellungsmerkmale erschienen nebulös, die Sympathiewerte würden stagnieren bzw. absterben, die Darstellung der Rentabilität bliebe auf der Strecke.

Ohne eine solche strategische Selbstverortung versandet ein kaufmännisches Vorhaben häufig auch im Freiraum der Fantasie, statt Brücken zum Marktumfeld zu schlagen – etwa, weil man säumig darin wird…

  • …das Bewusstsein über die Chancen und Risiken quasi ‚ausdrücklich‘ abzustecken, zum Beispiel in Form von sogenannten SWOT-Analysen;
  • …die persönlichen Kompetenzbereiche, Handlungsoptionen
    und Limitationen offenzulegen;
  • …das Fundament für die firmenspezifische Glaubwürdigkeit
    proaktiv auszulegen – und zwar: in möglichst klaren Worten.

Ohne eine solche strategische Selbstverortung
besteht zudem die immanente Gefahr…

  • …die eigenen Ambitionen auf wirklichkeitsfremde Zeitschienen zu setzen
  • …sich blindlinks selbst zu überschätzen
  • …die Statik vorbestehender Marktsegmente hiergegen zu unterschätzen
  • …aus dem Blick zu verlieren, dass originelle Ideen auch eines originellen Gesamtkonzepts bedürfen.

Gerade weil die unternehmerische Vision im unternehmerischen Handeln einen zentralen Stellenwert einnimmt, ist hiergegen unabdingbar, sich zu vergegenwärtigen, dass dieses ausgemachte Bündel an Unternehmenswerten keineswegs wie in Stein gemeißelt da steht, sondern schlussendlich eine reine Erfahrungssache widerspiegelt. Deshalb folgt die unternehmerische Vision dem Wandel der sogenannten Wirklichkeit wie auf dem Fuße – und antizipiert ihn idealerweise sogar.
Daraus ergibt sich u.a. die Notwendigkeit, willens und imstande zu bleiben, in die permanente Revision hinüber zu wechseln – insbesondere in Bezug auf die eigene unternehmerische Vision und wie man sie für sich und andere definiert.
Eine solche Fähigkeit zur Selbstreflexion greift auch bei der Ermessung individueller Handlungsspielräume, die – zumindest aus meiner Sicht – jeder Mensch jederzeit allerorts in der eigenen Hand hat, sofern die Bereitschaft dazu besteht, die persönlichen Bequemlichkeitszonen zu verlassen und eigeninitiativ neue Terrains auszuloten.

Denn der besondere Clou ist, dass die unternehmerische Vision
auch weitwinklige Wahrnehmungsachsen eröffnet – und eine
reelle Gewinnaussicht beinhaltet.

Sie klärt und verdeutlicht nämlich die eigenen Alleinstellungsmerkmale – zum Beispiel in Form von ökonomischen und sozialen Größen. Zudem verpflichtet sie dazu, intern zu diskutieren, wie sich das Unternehmen im Marktumfeld positioniert und künftig positionieren wird, etwa bedingt durch die hinzugewonnenen Erfahrungswerte, aufgrund von aktuellen Lerneindrücken oder wegen brancheninterner Ereignisse, die mitunter einen richtungsweisenden Charakter haben.
Dabei riskiert man allerdings, der sogenannten ‪Déformation professionnelle anheimzufallen – so wie ich selbst bisweilen auch. In der Regel legt sich diese Begleiterscheinung von selbst – noch bevor man die halbe Welt gerettet hat. Allerdings identifiziere ich während der Phasen des kreativen Flows beispielsweise einen kontextübergreifenden Optimierungsbedarf – im Sinne des freigeistigen Bestrebens nach Unabhängigkeit, Freiheit und Glück, und im Geiste der Comic-Figur Daniel Düsentrieb (aka Gyro Gearloose):

„Zwischen Wahnsinn und Verstand liegt oft nur eine dünne Wand.“
– Comic-Figur Daniel Düsentrieb – 


Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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