„How do you say, dear? –  A Book of Manners for all Occasions“
von Sesyle Joslin und Maurice Sendak (1928 – 2012)
Harper & Row Publishers, 1986
46 Seiten in englischer Sprache,
z.Z. leider vergriffen

Um Jungen und Mädchen in den Verhaltenskodex der sozialen Etikette einzuführen, bedient sich dieses Handbuch einer Reihe absurder Alltagssituationen – und nimmt die empfohlenen Worthülsen humorvoll auf die Schippe. Dass es trotzdem menschenmöglich ist, in beinahe jeder Lebenslage ein adäquates Maß an Sozialkompetenz unter Beweis zu stellen, bleibt schlussendlich eine Frage der gesellschaftstauglichen Angewohnheit.

 

„Männer: Eine Spezies wird besichtigt“
von Dietrich Schwanitz
Goldmann Verlag, 2003
384 Seiten, € 29,95

Der populär-wissenschaftliche Autor Dietrich Schwanitz (1940 – 2004) legt eine (selbst-) ironische Typologie über die Verhaltensmuster und Kommunikationsgebaren von Männern dar, indem er sie in soziologische, kulturhistorische und bildungsspezifische Rahmen setzt.
Schwanitz stützt sich dabei u.a. auf die kommunikationswissenschaftlich belegbare Erkenntnis, dass Männer eher als Frauen dazu neigen, asymetrisch statt symetrisch zu kommunizieren, dass sie zum Beispiel eher Monologe halten und im öffentlichen Raum agieren, um ihre Themen zielzentriert ins Feld zu führen, statt sich hiergegen etwa auf diskursive Dialoge einlassen zu wollen. Denn letzteres könnte immerhin zur Folge haben, von anderen öffentlich in Frage gestellt zu werden oder sich selbst – nicht-öffentlich – begegnen zu müssen.
Vor dieser Klangkulisse entfaltet sich ein Reigen von insgesamt zwölf ‚Männertypen‘ – vom Alleinunterhalter, Witzbold, Intellektuellen, Höflichkeitsfanatiker, Forscher, Versager, Hobby-Liebhaber und Männerkumpel bis hin zum Möchtegern-Gott, Hausdrachen, Casanova und Guru. Durch die klare Gliederung und die leicht zugängliche Schreibweise ergibt sich daraus ein unterhaltsamer Lesestoff mit gelegentlichen Aha-Erlebnissen.

 

„Frau: Eine intime Geographie des weiblichen Körpers“
von Natalie Angier
Goldmann Verlag, 2002
544 Seiten, z.Z. vergriffen,
im Antiquariat sicherlich auffindbar

In dieser faktenfest recherchierten ‚fantasia of womanhood‘ (zu Deutsch in etwa: ‚Fantasie des Frauseins‘) geht die U.S.-amerikanische Wissenschaftsjournalistin Natalie Angier bewusst von den Körpern der Frauen aus, um die gängigen Bewertungssysteme, Denkmodelle und populären Irrtümer darin auszumachen.
Per Tour de Force führt Angiers Route quer durch die Beete diverser geistes- und naturwissenschaftlicher Disziplinen und changiert zwischen allgemeiner Kulturkritik, biochemischen Vorgängen, mentalen Veränderungsprozessen, Neurofeedbacks u.a. hirnphysiologischen Erkenntnissen, die neben halb-vergessenen Konzepten aus der Antike auch in der sogenannten ‚Dekade des Gehirns‘ (also: vom Jahr 1990 bis zum Jahr 2000) in Nordamerika verortet sind.
Aufgrund der Inhaltsfülle kommt man kaum umhin, die persönlichen Interessensgebiete in weitgefasstere Repräsentationsräume als vorher zu setzen und parallel dazu die eigene Marksteinsetzung selbstwirksam zu hinterfragen bzw. sogar gänzlich neu abzuwägen. Daraus erwächst eine Reibungsenergie, die die Chance birgt, den persönlichen Horizont freigeistlich zu erweitern. Für ihre publizistische Arbeit wurde Angier im Jahr 1991 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

 

„Tierärzte können die Gesundheit Ihres Tieres gefährden:
Neue Wege in der Therapie“
von Jutta Ziegler

mvg Verlag, 2013
336 Seiten, € 17,99

Um die krankheitsursächlichen Zusammenhänge präziser als bisher erfassen zu können, plädiert die österreichische Tierärztin Dr. med. vet. Jutta Ziegler für einen ganzheitlichen Ansatz in der Tiermedizin – zum Beispiel, indem bei der Anamnese auch die Umweltbelastungen des Haustiers berücksichtigt werden und indem der Behandlungsplan eine fallspezifische Kombination verschiedener Heilverfahren aufeinander abstimmt, statt per standardisiertem Usus die üblichen Pharmazeutika  anzuordnen.
Neben den bebilderten Praxis-Beispielen überzeugt dieser sachkritische Ratgeber u.a. durch die lebensnahe Schilderung alternativer Methoden, durch den klaren Sprachstil und das zweckdienliche Schlagwortregister.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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