Ob man sich an inneren – bzw.: verinnerlichten – Widersprüchen abarbeitet oder genau das tut, was man ‚machen sollte‘, wird hirnphysiologisch betrachtet im sogenannten präfrontalen Cortex abgeglichen.

Ganzheitlich gesunde Menschen befähigt diese Hirnregion zum Beispiel dazu, den Maskierungen der Selbsttäuschung auf die Schliche zu kommen, bewusste Entscheidungen zu steuern und die persönliche Gefühlslage im Griff zu behalten. Bisweilen heftige, meist spontan auftretende Empfindungen kontrollieren zu können, trägt maßgeblich zur Selbstakzeptanz bei.
Das gilt insbesondere hinsichtlich sogenannter ’negativer‘ Emotionen wie Frustration, Ärger, Zorn, Aggression oder Wut. Denn fast jedem Menschen fallen verschiedenartige soziale Rollen zu, die es fortwährend ins Lot zu bringen gilt – und zwar möglichst kontextspezifisch, ohne dabei in Konflikte zu sich selbst und/oder zu anderen zu geraten, ohne in die Selbstentfremdung zu schlingern und/oder dem eigenen Umfeld gehörig fremd zu werden. Die Vorstellung vom eigenen Ich bleibt nämlich u.a. in den konkreten Verkettungen sozialer Situationen verankert.

Vor diesem Hintergrund stütze ich mich u.a. auf die folgenden ‚inneren Ressourcen‘, um den beruflichen wie privaten Alltag wirksam zu bewältigen:

  • Eigenliebe
    Ich halte mir den hintergründigen Sinn meines Handelns wach, indem ich mir bewusst darüber bleibe, dass meine diversen Herangehensweisen im Jetzt und Hier u.a. von zurückliegenden Lebensentscheidungen direktiv motiviert und informiert werden. Denn: Gerade solche Lebensentscheidungen wirken gelegentlich wie eine Blaupause für die Gegenwart.
    In diesem Rahmen habe ich zum Beispiel meine Problemlösungskompetenz bereits 41 Jahre lang trainieren können und eine erfahrungszentrierte Quelle für mein Selbstzutrauen angelegt, die mich u.a. dazu befähigt, dieses Blog zu führen, um mein Wissen an andere weiterzugeben. Und um die Kohärenz zwischen meinem Denken und Handeln – für mich selbst – regelmäßig überprüfen zu wollen.
  • Selbstachtung
    Ich vergegenwärtige mir, wo die Korrelationen zwischen meinen Stärken und meinen Schwächen liegen. Um die Störfaktoren für mich und andere möglichst zurückzuhalten, nähre ich meine Lernoffenheit – zum Beispiel, indem ich meine Fehler zum Ursprung zurückverfolge, um sie künftig vermeiden zu können, indem ich Erfolge feiere, um die nächsten Schritte daraus abzuleiten und indem ich mein Ausdauervermögen mobilisiere, um an den guten wie auch an den schlechten Erfahrungswerten unmittelbar ‚dranzubleiben‘.
    Zum Beispiel habe ich – für mich selbst – festgestellt, dass es einfacher sein kann, ein anstößig gewordenes Verhaltensmuster durch eine problemfreie Routine zu ersetzen, statt den ‚Stein des Anstoßes‘ ersatzlos fallen zu lassen.
    Als ausgebildeter Kalligraf hat mein iranischer Nachbar Reza M. diesen Gedanken wie folgt formuliert: „Wenn du willst, dass das Kind das Schnitzmesser aus der Hand gibt, musst du ihm einen stumpfen und gefahrlosen Gegenstand dafür anbieten.“
  • Qualia
    Obgleich ich – fürwahr – nicht das Maß aller Dinge bin, achte ich darauf, zumindest mein eigenes Maß zu bleiben, allemal: für meine eigenen Dinge und Angelegenheiten.
    Denn die Bedeutungsebene persönlicher Verantwortung liegt u.a. darin, die Beziehung zu sich selbst intakt zu halten und die gefühlszentrierte Subjektivität ernst zu nehmen – das sogenannte ‚phänomenale Bewusstsein‘, das u.a. als ‚Qualia‘ beschrieben wird. Denn: So viel, so tiefgehend ‚weiß‘ niemand über mich wie eben: ich (und vielleicht Gott), bewusst, vorbewusst und unbewusst, rational, intuitiv und emotional, psychisch und physisch.
    Gelegentlich aktiviere ich auch mein sogenanntes ‚autobiografisches Gedächtnis‘, das u.a. durch die Kraft des Unbewussten vor- und zurückgeworfen wird und dementsprechend das individuelle Vorwärtskommen begünstigen kann, zum Beispiel, indem man das eigene Vorwissen in neuartige Zusammenhänge integriert und/oder einen veränderten Blickwinkel dazu einnimmt.
  • Körperwahrnehmung
    Wer den Körper bewusst einsetzt, stärkt u.a. das Gespür für die eigene Wirksamkeit. Man interagiert buchstäblich mit der gesamten Welt und nimmt gleichzeitig einen selbstbestimmten Anteil daran. Weil die persönlichen Eindrücke rund ums individuelle Körperschema kreisen und dabei eine Reduktion auf das scheinbar Wesentliche nach sich ziehen, greift dabei paradoxerweise das Prinzip der ’selektiven Wahrnehmung‘, zum Beispiel beim Lauftraining, bei den Anwendungen der Alexander-Technik und/oder der Feldenkrais-Methode. Zwar sehe ich darin ein Indiz dafür, dass das Leben per se nur bedingt kontrollierbar bleibt, aber:

„Hat man sein Warum des Lebens,
so verträgt man sich fast mit jedem Wie.“
Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) –

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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