Hirnorganisch gesunde Menschen befähigt der Hirnbalken – der sogenannte Corpus callosum – u.a. dazu, die Schemata der eigenen Logik mit einer individuellen Palette assoziativer Denkmuster zu kombinieren.

Denn die stark ausgeprägten neuronalen Vernetzungen dieser Region gewährleisten das Ineinandergreifen der beiden Hirnhälften. Dadurch setzen sie die wesentliche Voraussetzung für das ganzheitliche Denken einer Person. Beispielsweise ermöglichen sie ihr, nahezu zeitgleich sowohl kreativ als auch analytisch vorzugehen, abstrakte und konkrete Vorstellungsräume fast synchron zueinander zu betreten und – buchstäblich: kurzhin – methodische Alternativen entwerfen zu können. Ich nutze solche Fähigkeiten u.a., um durch psychohygenische Arbeitspausen einen Ausgleich zu den werktäglichen Arbeitsanforderungen zu schaffen.

Bei dieser buchstäblichen Gratwanderung stütze ich mich
u.a. auf die folgenden Maximen:

  • Innere Kohärenz bewahren
    Wie man was macht, bzw.: was man wie macht, warum, wofür bzw. für wen braucht – aus meiner Sicht – einen in sich stimmigen Selbstbezug, insbesondere auf der rationalen und emotionalen Ebene. Denn meine Erfahrung zeigt, dass sich daraus häufig eine Priorisierung ergibt, die der jeweiligen Situation angemessen ist. Auch eine strukturierte Ordnung erwächst daraus – zum Beispiel, weil man das Arbeitsgedächtnis mithilfe des eigenen Gefühlslebens entfrachtet oder umgekehrt; weil man schlichtweg der Intuition vertraut, ihr folgt und innerlich offen genug bleibt, um umsetzbare Alternativen per se erkennen zu können.
    Wie der U.S.-amerikanische Psychologe ‪George Armitage Miller (1920 – 2012) bereits in den 1950er Jahren schlüssig dargestellt hat, kann sich ein durchschnittlich begabter Mensch ohnehin bloß fünf bis neun Informationsstücke zuverlässig merken. Darüberhinaus gehende Mitteilungen fallen üblicherweise über Spanne der selbstwirksamen Aufmerksamkeit. Ohne eine solche Aufmerksamkeit gerät man zusehends außerstande, eigenständige Gedanken zu formulieren. Zudem wird es in der Regel immer schwieriger, den persönlichen Gefühlen eine situationsgerechte Ausdrucksform zu schaffen.
    Als Konsequenz daraus kann man ins Stocken kommen, bis man vollends auf der Stelle tritt, etwa beim Arbeitsfluss, bei der Ideenentwicklung oder beim Ablauf interpersoneller Kommunikationsprozesse. Eine weitere Folge können u.a. eine überdurchschnittliche Zunahme von Fehlern sein, wie auch: von negativem Stress, Selbstzweifeln und diffusem Frustempfinden.

  • Äußere Erlebnisqualität bewusst halten
    Weil die vernunft- und gefühlsbasierten Bewusstseinszustände sich üblicherweise ineinander verzahnen, kehrt die eine Dimension in der jeweils anderen wieder – wie ein schemenhaftes Schattenbild. Folglich sieht man sich zum Beispiel auf sich selbst zurückgeworfen und mag nichts weiter tun, als in die Wolken zu gucken; oder man hört von Geschichten, die auf Anhieb vertraut erscheinen, obwohl man gerade erstmals von ihnen erfährt.
    Auf diesem Boden gedeiht die menschliche Fähigkeit zur inneren Beobachtung – zur sogenannten ‚Introspektion‘ sowie zur Kompetenz, aufeinander Bezug zu nehmen – in Form von sogenannten ‚Interaktionen‘. Daraus folgt u.a. auch, das Gegenüber aktiv beeinflussen zu können – im Rahmen sogenannter ‚Interventionen‘ – und die Abläufe samt und sonders wahrzunehmen und zu erkennen – innerhalb der sogenannten ‚Kognition‘.
    Deshalb achte ich darauf, meine objekt- und personenbezogene Umwelt hin und wieder ‚bewusst‘ wahrzunehmen, zum Beispiel durch meine Reaktion auf externe visuelle Stimuli, die zum Teil sogar von mechanischen Geräten ausgehen können, sofern mich ihre funktionale Wirkungsweise neugierig macht. Oder indem ich Sport treibe – sowohl allein als auch im Schulterschluss mit anderen – um aus mir selbst heraus nach dem frei verfügbarem Außenraum zu greifen bzw. um mich zeitweise über die objektzentrierte Außenwelt hinwegzusetzen. Oder ich führe Tisch- und Treppenhausgespräche, zum Beispiel mit meinen Nachbar_innen, Bekannten und Freund_innen, weil sie u.a. zur Verlagerung meiner Sichtachse beisteuern können und/oder mich meiner eigenen Interessen gewahr werden lassen.
  • In den Selbstrückzug gehen
    Mental abzuschalten
    bedeutet – aus meiner Warte heraus – allerdings auch: mich dem Gegenüber ‚technisch‘ zu entziehen, bzw. mich eigeninitiativ der Technik zu entziehen. Deswegen schalte ich die mobilen Endgeräte hin und wieder aus und verstaue sie außerhalb meines Sichtfelds – zumindest für eine bestimmte Zeit.
    Während eines solchen Intervalls teile ich nichts mit anderen; ich teile ihnen auch nichts mit – bis auf eine Ansage darüber, wann ich wie lange voraussichtlich offline sein werde. Denn zum Glück bietet meine Lebenswelt derzeit wenig Raum für die Schlussfolgerung des französischen Philosophen, Mathematikers und Physikers Blaise Pascal (1623 – 1662):

„Man sucht die Unterhaltungen und Zerstreuungen der Spiele nur auf,
weil man nicht freudig zuhause bleiben kann.“
– 
Blaise Pascal (1623 – 1662) – 

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

Kommentar zur Freigabe einsenden:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s