Meine Laufschuhe verschleißen zurzeit an einer wöchentlichen Gesamtstrecke von 40 bis 50 Kilometern. Nach Angaben des Herstellers beläuft sich ihre Wirkungsdauer a priori auf ca. 1.200 Kilometer, sodass demnächst ein Neukauf ansteht. Schließlich sind systemimmanente Komponenten wie die Besohlung, die Dämpfung oder der Härtegrad nur im Ganzen ersetzbar…

…was mir allerdings vollauf entgegenkommt. Denn der Fußbruch, den ich mir im Frühjahr eingehandelt hatte, ist zwischenzeitlich auskuriert. Vor diesem Hintergrund haben sich meine Ansprüche ans Material – und an die Konstruktionstechnik – spürbar verlagert. Um die läuferische Krafteinwirkung funktional wegzustecken, bedarf mein rechtes Außenband zum Beispiel keiner externen Unterstützung mehr. Im Vergleich zum Trainingseinstieg ist auch meine Rumpf-, Fuß- und Beinmuskulatur belastungsfähiger geworden. Im Schuhwerk benötige ich folglich weniger Stabilität als bisher.
Zudem hat das Lauftraining meinen Laufstil mehr und mehr ökonomisiert, während meine Knochenfestigkeit von der vormaligen Sprunggelenkfraktur weitgehend unbeeinflusst geblieben ist. Deshalb kann ich wieder auf hartem Belag üben – und genau das will ich tun – damit die Variabilität der Belastungsreize zunimmt und sich infolgedessen mein Lauftempo naturgemäß steigern wird.
Folglich setze ich bei der Auswahl meiner künftigen Sportschuhe auf Eigenschaften, die einerseits die Zielsetzung des Trainingplans aufnehmen und andererseits einbeziehen, wie sich meine körperlichen Voraussetzungen im letzten Halbjahr verbessert haben.

Beim nächsten Modell werde ich zum Beispiel verstärkt auf
die sogenannte ‚Dynamik‘ achten.
Hierbei sind die Konstruktionselemente der Zwischensohle auf den Fersenlauf ausgerichtet, um die natürliche Stoßdämpfung des Fußes elastisch zu unterstützen, sobald man physisch am Boden aufsetzt. Weil die Stoßkraft in der Ferse ungefähr dem dreifachen Gewicht des Körpers entspricht, ist ein ‚dynamischer‘ Laufschuh besonders relevant, wenn man – wie ich – lange Strecken auf hartem Untergrund laufen will – etwa, um die Teilnahme an einem Marathonlauf vorzubereiten.
Eine solche Elastizität hat eine andere Bedeutung als beispielsweise die Weichheit. Denn für das gesunde Laufen ist wichtig, dass die Bewegung der Ferse ‚dynamisch‘ geführt wird – zum Beispiel durch sprunggelenkschonende Fersenkappen – statt zur Seite abdriften zu können – zum Beispiel infolge von nachgebendem Obermaterial. De facto brauchen nur die Zehe den Freiraum zum ‚Schwimmen‘, damit durch die Sportausstattung keine ‚blauen Nägel‘ entstehen.
Um zwischen der Bewegungskontrolle und der ‚komfortablen‘ Dämpfung eine angemessene Balance zu finden, berücksichtige ich darüber hinaus, dass die Gelpolster eines Laufschuhs werkstoffbedingt schneller ermüden als die übrigen Bestandteile und dass eine flache Sohle in der Regel einseitigen Belastungsmustern vorbeugt, weil der hohe Bodenkontakt die Fußmuskulatur trainiert. Auch die individuelle Optimierung der Lauftechnik wird dadurch begünstigt.
Zudem erwäge ich einen Wechsel der Sportmarke. In punkto Forschung und Entwicklung setzt nämlich fast jeder Hersteller markenspezifische Schwerpunkte. Von dieser technologischen Vielseitigkeit kann man – aus meiner Sicht – sportlich-athletisch profitieren, indem man die produktspezifischen Alleinstellungsmerkmale im Modus der zyklischen Abwechslung auf der eigenen Laufstrecke ausprobiert.

Meine bisherigen Laufschuhe haben allerdings keineswegs ausgedient,
sondern werden zum Beratungsgespräch im Fachgeschäft hinzugezogen.
Durch eine manuelle Druckausübung auf die Mittelsohle will ich u.a. eigene Vergleiche zwischen ‚alt‘ und ’neu‘ ziehen, um zum Beispiel einzuschätzen, in welchem Maß der Verschleiß am bisherigen Laufschuhpaar bereits spürbar eingesetzt hat – oder eben noch nicht. Zudem erkennen versierte Schuhverkäufer_innen am Abrieb der Innen- und Außensohlen eventuell, ob Fußfehlstellungen aufgetreten sind, von denen ich bis dato nicht das Geringste ahne.
Vor Ort ist oft möglich, Hinweisen solcher Art mithilfe von videogestützten Laufanalysen weiter nachzugehen. Dafür ist zweckdienlich, dass man sich am Laufband vorab einige Kilometer warmläuft und gewahr darüber bleibt, dass sowohl die allgemeine Körperhaltung als auch die läuferische Bewegungsausführung vom tatsächlichen Laufverhalten divergieren kann – und üblicherweise auch divergieren wird. Denn selbst wenn man sich im Fachgeschäft wie gewohnt ‚anschwitzt‘, wird die eigentliche Trainingssituation am Laufband zwar simuliert, aber schlussendlich nur selten erreicht.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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