„Instant Weather Forecasting“
von Alan Watts
Adlard Coles Verlag, 4. überarbeitete Auflage, 2011
64 Seiten in englischer Sprache, € 5,95

Wer sich auf der Nordhalbkugel der Erde befindet und mit einer Trefferquote von durchschnittlich 75 Prozent vorhersagen will, ob sich während des Tagesverlaufs noch eine Wetterveränderung ergeben wird, kommt kaum umhin, die 24 Farbfotografien des Meteorologen Alan Watts zurate zu ziehen – mitsamt der Erläuterungen, die auf der jeweils gegenüberliegenden Seite abgebildet sind. Anhand dieser kombinierten Informationsballung kann man Vergleiche zum vorherrschenden Himmelsgewölbe ziehen und an der Horizontlinie buchstäblich absehen, in welcher Abfolge die Wetterlagen voraussichtlich wechseln werden.
Wegen des praktischen Nutzwerts, der leichten Handhabe und des gepäcktauglichen Formats gilt der schmalbändige Ratgeber seit über 40 Jahren als Geheimtipp für alle, die sich oft draußen aufhalten, zum Beispiel, um Haustiere spazieren zu führen, zu angeln, zu segeln, zu joggen oder zu wandern.

 

„The Shipping Forecast“
von Mark Power
Zelda Cheatle Press, 2. Auflage, 1997
66 Seiten in englischer Sprache,
z.Z. vergriffen,
in Antiquariaten sicherlich auffindbar

Seit anno 1861 produziert der britische Wetterdienst The Met Office den bedeutungsreichen „Shipping Forecast“ (zu deutsch: die Schifffahrtsprognose), um im Auftrag der Schifffahrts- und Küstenschutzbehörde die aktuelle Wetterlage bekanntzugeben. Im Anschluss daran wird die meteorologische Tagesprognose verlautbart. Dieser maritime Service hat längst den Status eines nationalen Kulturguts erreicht. Nicht allein deswegen, weil seit 1911 die Radiowellen der British Broadcasting Corporation (BBC) zur Verbreitung genutzt werden und die Sendung seit 1978 viermal am Tag auf dem Programm von BBC Radio 4 steht. Nicht allein deswegen, weil dem Format insgesamt 31 regionale Zonen zugrunde liegen und der Sprechtext seit jeher auf maximal 370 Wörter begrenzt ist. Vielmehr gibt es kaum ein anderes Thema, über das die britische Bevölkerung ergebnisoffener diskutieren kann als ausgerechnet über das Wetter. In Großbritannien ist das Wetter der Inbegriff der britischen Mentalität. Schlussendlich bleiben es nämlich die Kapriolen des Wetters, die die insularen Ungewissheiten nähren wie eine naturgegebene Seifenoper: Sie schlagen sich zum Beispiel im exponierten Gefühl des insularen Alleinseins nieder, bringen eine gehörige Melancholie ans Licht und zeigen sich in der zivilen Solidarität mit dem Underdog, dem in jedwedem Hundewetter allerorts noch das Zeug zum Heldentum zugedacht wird.
Um solchen Lebensbefindlichkeiten auf die Spur zu kommen, ist der englische Fotograf Mark Power vier Jahre lang zu 66 Städten gereist und hat die Geografie zwischen Island und Spanien mit den Mitteln der Schwarzweißfotografie aufgenommen – zur immer gleichen Greenwich Mean Time (GMT), synchron zur letzten Tagessendung des Shipping Forecasts um 17:54 GMT. Die Bilduntertitel geben die ortsbezogenen Auszüge aus dem Wetterbericht wieder, sodass sich ein enigmatischer Spannungsbogen bildet, der den Betrachtenden in einen poetischen, sinnstiftenden Bann hineinzieht.

 

„Das Wetter“
von John Lynch
Übersetzung von Birgit Herbst
Egmont Vgs, 2003
238 Seiten, z.Z. vergriffen,
in Antiquariaten sicherlich auffindbar

Der britische Diplom-Psychologe John Lynch ist darauf spezialisiert, evolutionsgeschichtliche Themen publikumsfreundlich aufzuarbeiten. Vor diesem Hintergrund hat er sich u.a. mit dem Phänomen des Wetters befasst. In dem umfangreich bebilderten Band schlüsselt er zum Beispiel auf, worauf die meteorologischen Erscheinungsformen zurückzuführen sind, wie sich der Körper des Menschen auf den Wandel der Witterungen einstellt und welche Wechselwirkungen daraus resultieren.
Das Buch ist in sechs kategorisierende Kapitel gegliedert, sodass man die wissenschaftlichen Inhalte unkompliziert nachschlagen kann. Allerdings ergeben sich daraus auch thematische Wiederholungen: Zum Beispiel kursieren die tropischen Wirbelstürme durch den Abschnitt über den „Wind“. Im anschließenden Teil über das „Wasser“ kehren sie – quasi: zirkulär – zurück.

 

„Dr. Xargle’s Book of Earth Weather“
von Jeanne Willis und Tony Ross
Andersen Press Ltd., 1992
32 Seiten in englischer Sprache, z.Z. vergriffen,
in Antiquariaten sicherlich auffindbar

Im Schulterschluss mit der englischen Kinderbuch-Autorin Jeanne Willis veranschaulicht der Londoner Illustrator Tony Ross, wie sich eine außerirdische Schülerschaft auf den Ausflug zum Planeten Erde vorbereitet. Während ihres Aufenthalts wollen sie kein Aufsehen erregen. Deshalb wird flugs ein wetterfester Verhaltenskodex auf den Lehrplan gesetzt. Ob die Anleitungen von der Jahreszeit abhängen und daher relativ zu sehen sind, steht in den Sternen – bis die empirische Selbsterkundung jedwede Zweifel beiseite räumt, denn:

„The weather is always doing something there,
always strictly attending to business;
always getting up new designs and trying them
on the people to see how they will go.“
 – Mark Twain (1835 – 1910) –

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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