In unterschiedlichen Schweregraden gehören Drohkulissen, Verbrechen, Naturkatastrophen und Unfälle zum Alltagsbild, das das allgemeine Leben hierzulande prägt.

Weil in demokratischen Gesellschaftsordnungen das Grundrecht gilt, von unabhängigen Berichterstatter_innen darüber informiert zu werden, kenne ich keine tagesaktuellen Massenmedien, die ohne schlechte Nachrichten auskommen.
Die Kehrseite ist, dass sich dadurch auch der Raum für innere Zwiespälte öffnet – bis zum Gefühl, überfordert zu sein.
Denn letztlich gibt es für fast jede journalistische Argumentation eine gleichermaßen berechtigte Gegenposition, zum Beispiel durch den sogenannten Graswurzel-Journalismus, der mithilfe des Internets durchaus imstande sind, einen thematischen Resonanzboden zu schaffen, Stimmungslagen zu spiegeln und sogar initiativ zu beeinflussen.

So entsteht ein dichtes Informationsgeflecht, in dem mein persönlicher Durchblick gelegentlich auf der Strecke bleibt, zum Beispiel, weil…

  • …vermeintlich ‚harte Fakten‘ ins Wanken geraten können, sobald eine gegenläufige Information zutage tritt, sobald sich die Informationsquelle als unzuverlässig bzw. als voreingenommen erweist oder die Chronologie von Ereignissen im Nachhinein revidiert werden muss;
  • …das Tagesgeschehen häufig eine prozesshafte Ergebnisoffenheit suggeriert, sodass ich zuweilen annehme, das Resultat selbst noch beeinflussen zu können. Immerhin wirkt in mir die Kraft von Bildern und Worten mitunter wie ein Echo nach, ohne dass ich bewusst Notiz davon nehmen würde.

Um meine eigene Klarheit zu schützen und meine Fähigkeit zur Selbstdistanzierung
möglichst intakt zu halten, setze ich u.a. darauf…

  • …höchstens eine Handvoll von Medien aktiv zu nutzen;
  • …meinen informationsbezogenen Konsum zeitlich einzugrenzen
  • …und vor allem meiner persönlichen Wertvorstellung gewahr zu bleiben.

Falls mich die Nachrichteninhalte dennoch gedanklich auf Trab halten, suche ich das Gespräch mit den Menschen aus meinem Umfeld und vergegenwärtige mir, dass im Schlimmen wie im Schönen die ganze Welt auf ewig voller Fehler bleiben wird. Denn:

„Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt sich die Gegenwart.“
– Lothar Schmidt, deutscher Politikwissenschaftler –

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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