„Als Gustav Bär klein war“
von Tilde Michels (1920 – 2012)
Bilder von Brigitte Smith
Benziger Verlag Zürich, Köln in Co-Produktion
mit Obelisk-Verlag Innsbruck, Wien, 1981,
77 Seiten, z.Z. vergriffen

Der erste Hauch von Frühling weckt Gustav Bär wie jedes Jahr aus dem Winterschlaf – durchaus gemächlich und just zu der Zeit, in der die jungen Wanderbären Bim und Mocke mit der jungen Wanderbärin Cilli gewohnheitsgetreu vor Gustavs Haus stehen, um den allein lebenden Artgenossen ein paar Tage lang zu besuchen. Dann gibt es nämlich Pfannkuchen, Maskeraden, Kaminfeuer und die Anleitung, wie man ein brauchbares Baumhaus baut.
Am allerwichtigsten bleiben jedoch die Geschichten, die Gustav aus der Erinnerung an seine Kindheit heraus zu erzählen weiß. Sie beschreiben zum Beispiel, wie man mit ausgewachsenen Cholerikern umgehen kann, ohne sie als Bärenlast zu erleben… woran zu erkennen ist, dass Tante Lillibär sich verliebt hat und bald heiraten will… und was sich verändert, wenn Geschwister in die Familie hineingeboren werden.
Um noch mehr Abenteuer des Lebens zu entdecken, beschließt Gustav, mit Cilli, Bim und Mocke gemeinsam eine Wandertour anzutreten.


„Betti sei lieb, Betti sei brav“
von Dick Gackenbach (1927 – 2001)
Übersetzung aus dem U.S.-Amerikanischen: Ingrid Westerhoff
Insel Taschenbuch für Kinder, 1981
37 Seiten, z.Z. vergriffen

Die junge Häsin Betti will ihresgleichen gern einen Gefallen tun, und zwar, noch bevor sie danach gefragt wird. Um ihrer Mutter bei der Haushaltsarbeit helfen zu können, erweisen sich die Putzutensilien allerdings als zu groß und zu schwergewichtig für die Heranwachsende. Stattdessen nimmt sich Betti vor, eine Stunde lang mucksmäuschenstill zu bleiben. Denn: Einfach mal ganz leise zu sein, dazu wurde Betti wirklich oft genug aufgefordert. Doch als diese ‚Schweigestunde‘ gerade angebrochen ist, wird Bettis Vorsatz auf eine kniffelige Bewährungsprobe gestellt – ausgerechnet von ihrer Mutter. Ob Betti sich krank fühlt? Von ihr sei ja gar nichts mehr zu hören… Nach exakt 60 Minuten gibt Betti eine Antwort – mit Karacho – darauf.
Als nächstes beschließt sie dann, das Nachbarskind Susi gesund zu pflegen. Susi hat nämlich Halsweh. Den Wirbel um ihren Zustand lehnt die Patientin zunächst einmal rundweg ab. Das ändert sich erst, als der Hase Doktor Lampe zur Visite kommt und ihr verordnet, ein großes Eis zu essen. Und plötzlich fühlt sich Betti selbst ein bisschen kränklich… solange jedenfalls, bis ihre Nachbarin Frau Hasenbein gleich zwei Portionen Eis ins Zimmer trägt – nämlich eine für jedes Hasenkind.
Das Büchlein von Dick Gackenbach eignet sich vor allem für Lese-Anfänger_innen, u.a., weil die Geschichten leicht verständlich erzählt sind und mit detaillierter Präzision vom Autor selbst illustriert wurden.


„Das Schild an Rosis Tür“
von Maurice Sendak (1928 – 2012)
Übersetzung aus dem U.S.-Amerikanischen: Ute Haffmans
Diogenes Verlag AG Zürich, 1981
48 Seiten, z.Z. vergriffen

Das Mädchen Rosi hat ein Schild geschrieben. Darauf steht, dass man an ihre Tür klopfen kann, um Geheimnisse zu erfahren. Weil sie ein bisschen rätselhaft ist und sich gern experimentierfreudig verhält, legt sich Rosi obendrein noch das Pseudonym ‚Alinda‘ zu. Dergestalt ausgestattet, will sie als wunderbare Sängerin ein Bühnenprogramm auf das Pflaster ihres Innenhofs zaubern. Rosis Freundin Kati mischt gern daran mit: So mutiert Kati spontan zur Tänzerin ‚Tscha-Tscharu‘, um das Unterhaltungsprogramm auf ihre Weise zu erweitern. Mit der Clique Moni, Freddy und Tim findet sich im Nu auch ein geneigtes Publikum ein. Zunächst scheint also alles wie am Schnürchen zu laufen. Doch plötzlich poltert Rosis Freund Dani mit einem Feuerwehrhelm herein. Und er bringt die Pläne gehörig durcheinander…
Am nächsten Tag verschwindet Rosi ziemlich unerwartet unter einer roten Decke aus Langeweile. Auf einem Zettel teilt sie jetzt mit, dass sie wahrscheinlich nur von einem großen Zauberer gefunden werden könne. Zwischenzeitlich bliebe sie versteckt – hinter einer sehr großen Verkleidung. Als Dani mit einem Cowboyhut dazukommt, erscheint prompt auch der Magier. Allerdings kann ihn niemand sehen – außer Rosi natürlich. Wie im Handumdrehen lernt sie ein paar äußerst erstaunliche Tricks, die zuvor gar kein Mensch kannte.


„Die Glücklichen Inseln hinter dem Winde:
Die Geschichten der 101 Tage, Band 13“
von James Jacob Hinrich Krüss (1926 – 1997)
Illustrationen von Franziska Biermann
Carlsen Verlag, 2009
259 Seiten, € 6,95 in Deutschland – € 7,20 in Österreich

Dieses fiktiv erzählte Logbuch ist vor sechs Jahren mit Illustrationen von Franziska Biermann neu aufgelegt worden. Es wurde im Jahr 1958 von James Krüss erstmals veröffentlicht – mitsamt dem Hinweis, dass es spezielle Begriffe enthält, die beispielsweise von Menschen erklärt werden können, die über ein lexikalisches Wissen verfügen. Oder auch von Lexika. Die darauffolgenden Aufzeichnungen beschreiben nämlich eine abenteuerliche und komplexe Schiffsreise auf der Adria.
Der Kapitän Daworin Madirankowitsch führt das Steuer. Und weil der Zweite Weltkrieg (1939 – 1945) gerade kreuz und quer über den Globus tobt, setzt Madirankowitsch seinen nautischen Kurs firm auf die Inseln, die durch den Schutz des Windes sicher im Verborgenen gehalten werden. So geraten solche Eilande nur durch Zufallsglück in Sicht. Gerade deshalb halten die Schiffspassagiere wachsam nach ihnen Ausschau. Schließlich sind alle an Bord noch auf der Suche nach einer friedfertigen Gemeinschaft und streben auf Orte zu, an denen die Bienen Arabisch sprechen. Denn:


„Wo ist das Leben, das wir im Leben verloren haben?
Wo ist die Weisheit, die wir im Wissen verloren haben?
Wo ist das Wissen, das wir in der Information verloren haben?“

„Where is the Life we have lost in living?
Where is the wisdom we have lost in knowledge?
Where is the knowledge we have lost in information?“

– T. S. Eliot (1888 – 1965), Lyriker, Dramatiker und Kritiker;
essayist, publisher, playwright, literary and social critic –

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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