Liebe Blog-Leserschaft,

mit großer Freude veröffentliche ich den ersten Gast-Beitrag von Sandy Brämer-Nadim in diesem Blog. Sie praktiziert in eigener Praxis in Berlin Pankow-Niederschönhausen als Psychosomatische Energietherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Herzliche Grüße aus Berlin-Mitte (Moabit),
Jana Chantelau

 

Gast-Beitrag von Sandy Brämer-Nadim: Diagnose Lungenkrebs - von Vertrauen, mentaler Kraft und heilsamer IntuitionSandy Brämer-Nadim:
Von Vertrauen, mentaler Kraft
und heilsamer Intuition

Ich war 35 Jahre und mein lang ersehntes Kind gerade ein Jahr alt geworden. Wir waren eine frischgebackene, glückliche kleine Familie. Wir wollten heiraten, ein zweites Kind und ein eigenes Heim.

Doch unsere Lebenspläne und Vorhaben zerbrachen von einer Sekunde auf die andere: Inoperabler, metastasierter Lungenkrebs im Endstadium, mit dem Angebot für eine palliative Chemotherapie. Für mich: Eine unfassbare Diagnose. Aufgeben war keine Option. Lungenkrebs? Ich? Ich fühlte mich nichtsdestotrotz fit und gesund. Es sollte schließlich nur mein Husten abgeklärt werden. Und genau dieser war Symptom einer seltenen Krebsart, die durch keinen Zigarettenkonsum ausgelöst wird und wenn überhaupt eher ältere Menschen betrifft als junge.

Ich wollte leben – lange, gesund und glücklich – und Herrin der Lage bleiben.
Vor allem anderen wollte ich meinen Sohn aufwachsen sehen.

Darüber hinaus war mir allerdings noch nicht klar, inwieweit dieser Schicksalsschlag eine positive und chancenreiche Wende für mein Leben ergeben würde. Denn: Damals überflutete mich zunächst unbändige Panik und Verzweiflung, mit dem ständig gleichen Albtraum. Ich stellte mir die Frage, wie ich so auch nur einen Monat überleben sollte. Ich zog mich komplett von der Außenwelt zurück. Ich war auf der Suche nach einem Rettungsanker, nach irgendetwas, das mir half. Ich wollte etwas tun, etwas nachhaltig Wirkungsvolles, das mich wieder auf zwei lebensbejahende Beine stellte. Leugnen und Nicht-wahr-haben-Wollen brachte mich nicht weiter, denn jede Hustenattacke holte mich zurück in die harte Wirklichkeit.
Nach wenigen Tagen akzeptierte ich die Diagnose. Allerdings nicht die schulmedizinische Prognose, dass ich nur noch wenige Monate zu leben hatte, und schon bald erkannte ich, dass es neben der Schulmedizin viele Möglichkeiten gab, die ich selbst in die Hand nehmen konnte.

Eine tiefe innere Gewissheit sagte mir, dass ich alles in mir hatte,
was für eine Heilung nötig war.

Nachdem alle nötigen diagnostischen Folgeuntersuchungen abgeschlossen waren – u. a. eine Lungenteilresektion zur Gewebegewinnung und Sicherstellung der Diagnose – erbat ich mir Zeit, die Therapieempfehlung zu überdenken. Ich informierte mich und holte zwei weitere ärztliche Meinungen ein. Die Frage, wie aussichtsreich die Chemo sei, wurde mit der Drittelregelung beantwortet: Bei einem Drittel der Patienten wird der Tumor unter der Chemotherapie kleiner, bei einem Drittel der Patienten wächst der Tumor unter Chemo weiter, und bei einem anderen Drittel bleibt der Befund konstant. Chemotherapie spricht besonders gut bei schnell wachsenden Krebsarten an, nämlich dort, wo sich eine Vielzahl der entarteten Zellen teilt.

In meinem Fall betrug die Wachstumsrate nur zwei Prozent – also hatte ich
zu 33 Prozent die Chance, ca. zwei Prozent der sich gerade teilenden Zellen
per Chemo zu vernichten.

Im Gegenzug würde ich mit 100-prozentiger Sicherheit mein ohnehin gestresstes Immunsystem in die Knie zwingen. Eine schulmedizinische Alternative war nicht im Angebot, nicht vor einer erfolglosen Erstlinientherapie. Ich war nicht überzeugt, doch meine Familie bat mich um den Beginn der Chemo und so ließ ich diese Therapie zu.
Die Emotional Freedom Technique (EFT), eine Methode der Klopfakupressur zur Behandlung von Stress, half mir dabei, diesen Mut zu fassen und bei der ersten Chemoinfusion nicht komplett in Panik auszubrechen. Ich versuchte, die Wirkung der Infusion zu unterstützen, indem ich winzige Haifische und Ninja-Kämpfer imaginierte, die sich einen direkten Weg zu meiner Lunge bahnten, um dort das unerwünschte Gewebe aufzufressen. Mit solchen Vorstellungen kam ich zur Ruhe und entspannte mich. Irgendwann sah ich  vor meinem inneren Auge eine Spinne, die sich an ihrem Spinnfaden emporzog. Ein unbewusstes Bild dafür, dass mein Leben an einem seidenen Faden hing, ich jedoch gleichzeitig die Kraft in mir hatte, um mir ein neues, sicheres Netz zu spinnen. Diese intuitive Botschaft gab mir Kraft.
Nach Durchführung von vier geplanten Zyklen Chemotherapie war der Befund unverändert. Die einzige Veränderung, die sich einstellte, war, dass ich mich nun wirklich krank fühlte und krank aussah.

Placebos wirken, weil der Patient fest an eine Wirkung glaubt. Kann im
Umkehrschluss eine Therapie wirken, wenn der Patient nicht dahintersteht?

Ich wollte meinen eigenen Körper nicht bekämpfen, sondern die Botschaft hinter dem körperlichen Symptom verstehen. Ich begriff mich nicht als Opfer und die Erkrankung nicht als einen zufällig wild gewordenen Zellhaufen, sondern als einen Teil von mir. Wieso sollte ich gegen mich kämpfen? Wie wäre es, nicht gegen den Krebs zu kämpfen, sondern dankbar für die Botschaft zu sein, und auch dafür, dass er mir die Chance eröffnet, eine Veränderung einzuleiten? Was genau nimmt mir eigentlich die Luft zum Atmen? Denn:

„Nicht was einem widerfährt, sondern
die Einstellung dazu, ist wichtig.“
–  Gisela Beyersdorff –


Anmerkung von Jana Chantelau:

Am ersten Montag im April 2016 erscheint der zweite Teil des Gast-Beitrags von Sandy Brämer-Nadim – in diesem Blog natürlich, und ich freue mich auch darüber sehr.

Über SATZBAUWERK - Jana V. Chantelau

In Berlin leite ich die Agentur SATZBAUWERK. Meine Schwerpunkte liegen in der Texterstellung, Kampagnen-Planung und Krisenkommunikation.

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